Samstag, 27. August 2016

Und es hat klick gemacht.

Seit wenigen Wochen genießen wir in der Familie das Leben wieder.

Es passierte, als das Baby auf 4 Monate zuging. Es machte auf einmal 'klick' und zack hatte jeder seine Rolle gefunden, das Baby war integriert, Ruhe und Gelassenheit kehrten wieder ein.

Wenn ein Baby geboren wird, so kommt vieles durcheinander. Selbst, wenn man als Familie schon einige Babyerfahrung hat. Aber es müssen erstmal kleine Schwestern zu großen Schwestern werden und große Schwestern zu selbstständigen Großkindern und Eltern zu Eltern, die ihre Kinder diese Schritte auch machen lassen und Mütter müssen sich an das vermehrte Gewusel mit mehreren Kindern gewöhnen…

Das alles dauert seine Zeit. Etwa 4 Monate. Bis man als Familie ankommt, sich an einander gewöhnt hat, jeder seine neuen größeren Schuhe eingelaufen hat.

Es dauert ungefähr 4 Monate. Bei uns. Das war bei T1 so und bei T2 und nun auch bei T3.

Diese 4 Monate sind in etwa die Zeitspanne, die es braucht, bis die Erinnerung, wie es ohne Baby war, verblasst und in den Hintergrund tritt. Nach diesen 4 Monaten kann sich niemand mehr vorstellen, wie es ohne Baby war, es kommt den Kindern und den Eltern vor, wie in einem anderen Leben, dass das Baby nicht da war. Kleinkinder können sich gar überhaupt nicht aktiv an die Zeit vor dem Geschwisterchen erinnern.

Ab diesem Moment gehört das Baby voll und ganz zur Familie.

Und auch bei mir hat es klick gemacht. In den ersten Wochen war es durchaus schwer für mich, den Überblick zu behalten, weil wirklich permanent mindestens ein Kind nach Mama geschrien hat. Und auf einmal alle die gleiche Dringlichkeit einforderten. Da schwirrte mir der Kopf.

Aber nun, hat sich das gelegt. Einfach so. Ich wachte morgens auf und die Ruhe war wieder da, die Harmonie, die Gelassenheit. Aus dem wabernden Nebel hatte sich vor meinem inneren Auge auf einmal wieder ein klares Bild geformt von jedem meiner Kinder. Ich sah auf einmal wieder jedes Kind einzeln für sich in seinem momentanen Entwicklungszustand und konnte wieder abgrenzen, einschätzen, gezielt reagieren.

Und seither gibt es keinen Streit mehr, keine Dramen - kleine Eifersüchteleien zwar - aber nichts Erwähnenswertes. Es ist jetzt einfach wieder gut. Wir sind jetzt wieder eine Familie, eine Einheit, so wie wir es vor T3 waren, ein eingespieltes Team.

Und das tut so unendlich gut.

Seither bin ich wieder ruhig, kann Streitigkeiten vermeiden, hab Zeit und Aufmerksamkeit für jedes Kind.

Ich genieße das. Es ist wunderbar. Wenn auch immer noch anstrengend, denn drei Kinder bedeuten nunmal, dass man kaum eine ruhige Minute mehr hat. Es gibt immer unendlich viel zu tun, wenn die Kinder nicht da sind und natürlich keine ruhige Minute, wenn wir zusammen sind. Ich hab immerzu ein Kind auf dem Arm, dem Schoß, neben mir liegen… Aber ich kann die Große wieder in Ruhe lassen und auch mal Fünfe gerade sein lassen, weil sich die Unordnung in meinem Kopf gelichtet hat. Ich muss weniger ermahnen und das macht viel aus bei den Kindern.

Aber ich bin froh und glücklich und dankbar, dass wir jetzt wieder so eine Einheit sind. Die großen Schwestern lieben ihre kleine Babyschwester und kümmern sich rührend. Auch weil sie nun merken wie unendlich T3 sie anhimmelt und wie sehr T3 die beiden liebt. Das hat die Großen vielleicht auch etwas überrascht, dass ein Baby nicht nur Teilen bedeutet, sondern auch Bewunderung und Anerkennung. Es ist die ganz große Liebe und zumindest T1 hat begriffen, dass sie nun ein noch stärkeres Schwestern-Team werden, je größer T3 wird. Die drei passen aber auch wirklich gut zusammen - charakterlich und von ihrer Erlebniswelt her.

Die schwerste Zeit hatte sicherlich T2, denn sie musste mal eben von der kleinen zur großen Schwester werden, die paar wichtigen Schritte vom Kita- zum Kindergartenkind machen und sehr viel selbstständiger und vor allem eigenständiger werden. Sie hat das sehr gut gemeistert.

Jetzt bin ich aber froh, dass wir ein paar große Schritte zusammen gemacht haben. Die vielen kleine Schritte, die ja ständig in der Entwicklung kommen, können uns nun nicht mehr aufhalten.

Das Wichtigste ist dennoch, dass all der Stress und die Unstrukturiertheit, die ein Baby erstmal mit sich bringt, was die alte Ordnung durcheinander bringt, dass ich das nun wieder geordnet habe. Ich bin nun sehr gern mit allen drei Kindern zusammen und selbst samstags allein mit den Kindern einkaufen, oder sonntags mit 3 Kleinen allein ins Freibad bedeuten nun gar keinen Stress mehr für mich.

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