Freitag, 26. August 2016

Die Ausnahmeerscheinung

Das bin ich - eine Ausnahmeerscheinung.

Mal ernsthaft, ich hab dieses Hormonding einfach nicht. Und so bin ich auch nicht dieser totale Bemutterungstyp. Ich persönlich finde das extrem gut. Ich neige zum Pragmatismus. Mein Verstand regelt den Rest. Wer nicht so emotional ist, der kann sich darauf konzentrieren, praktische einfache Wege zu finden. 
Mein Alltag ist also ziemlich unkompliziert und so unanstrengend, wie nur möglich.
Und ich hab auch nach eingehender Suche dieses schlechte Gewissen nicht gefunden. Darum ist es auch für mich relativ easy mit 3 Kindern. 

Wenn eines weint - auch das Baby - so hab ich nicht das geringste Problem, wenn jemand anders das Trösten übernimmt. Die Oma, oder der Papa oder so. Ich mach das nur, wenn kein anderer zur Verfügung steht. Ist ja oft genug der Fall.

Genauso freue ich mich auf den ersten Kita-Tag des Babys in 2 Wochen. Ich merke, wie wir die kritische Zeit erreicht haben. Mama ist langweilig. Ich muss die ganze Zeit um sie rumkaspern, wenn die Großen im Kindergarten sind. Das ist doof für uns beide. Und wenn sie endlich in der Kita ist, hat T3 die Action, die sie sich wünscht und ich hab Zeit für mich. Ich müsste sie nicht jetzt schon mit knapp 5 Monaten dahin bringen. Aber ich sehe nicht, was mich aufhalten sollte, wenn es für uns beide eine Win-win-Situation ist. Ebenso wie bei der Kombination aus Flasche/Brust, Tragetuch/Kinderwagen etc.

Wenn ich sehe, etwas funktioniert super, dann komm ich gar nicht auf die Idee, das zu hinterfragen, ob das jetzt auch richtig oder gut für's Kind ist. Das Kind meldet sich schon von selbst, wenn ihm was nicht passt. Und wenn sich was ändert und es nicht mehr passt, dann wird eben etwas verändert. Ist ja alles immer abhängig von irgendwelchen Entwicklungsphasen…

Jedenfalls genau das ist der Pragmatismus, den ich kultiviere. Und wie mich zunehmend irritiert, warum andere ein derart aufgeblasenes Gedöns um einfach alles machen, sind die genervt von mir. Mit mir kann man nicht reden. Wenn mich nämlich jemand fragt, wie ich das mache mit 3 Kindern, ob die Kinder durchschlafen, oder wie das mit Essen/Duschen/Anziehen klappt, dann hab ich offensichtlich immer die falschen Antworten parat. 
Will ja keiner hören, dass man den Baby einfach abends ne große Flasche gibt und es dann 6-8 Stunden schläft. Und nein, ich hab keinerlei Erfahrungen mit Koliken, weil meine Kinder nicht dazu neigen und ich außerdem von Geburt an Flaschenmilch mit Probiotika gebe und damit die Besiedlung der Darmschleimhaut künstlich beschleunige. Dann funktioniert die Verdauung des Babys halt schon nach 4 Tagen super und braucht keine 3 Monate. 

Ja, ich kenne eine Menge Tricks und Kniffe, die das Leben einer Mutter sehr leicht machen. Diese Kniffe funktionieren bei meinen Kindern. Bei anderen Kindern vielleicht nicht, aber man muss halt auch mal einige Sachen ausprobieren, um herauszufinden, was geht und was nicht. 

Ich bin extrem liebevoll und emphatisch mit meinen Kindern, aber ich mache generell nicht viel Aufhebens und nehme nicht alles so unglaublich wichtig und persönlich. Das spart Zeit und Kraft. Es ist mein Weg. Dass ich dafür oft auch noch angegriffen werde, sagt mir, dass andere sich diese Vereinfachungen wohl auch wünschen, aber aus irgendwelchen Gründen nicht ausprobieren wollen oder können, wie man sich das Leben leicht macht. 

Der erste Schritt wäre wohl, nicht immer alles in Bezug auf die Kinder als Problem zu sehen. 
Mir ist es generell egal, wie andere das machen. Aber mich angreifen, weil ich das Baby in die Kita bring und dann jammern, wie anstrengend das mit Baby doch ist… Da hab ich einfach kein Verständnis für. 

Auch gestern auf dem Spielplatz wurde ich angeschnauzt. Eine Mutter versuchte ihre Kinder einzupacken und nach Hause zu gehen, weil es ja ein richtiges Abendessen gebe müsse und sie diskutierte auch noch mit ihnen über Blumenkohl oder Möhren. Die Kinder wollten weder heim, noch Gemüse. 
Ich hatte meinen einfach je ein großes Gläschen Obstbrei mit Strohhalm geben, das sie genüsslich aussaugten. Eine Banane hinterher und Kekse. Reicht für mich als Abendessen. Und wir können noch etwas länger auf dem Spielplatz bleiben. 
Und da mault mich diese andere Mutter an, dass das ja keine Art sei, seine Kinder mit Gläschen abzufüllen. Ob ich das immer so mache? 
Ja, ich mach das immer so, denn die Kinder essen was halbwegs gesundes, sind satt und glücklich, können weiter spielen und alle sind zufrieden. Und nein, ich mach kein riesen Gedöns ums Kochen und ich provoziere auch kein Geschrei, weil ich jetzt unbedingt Heim muss, um den Kindern Gemüse zu kochen, das sie nicht essen werden.

Ich möchte eigentlich lieber von anderen Müttern in Ruhe gelassen werden, wenn sie ihre eigenen Probleme und ihren Frust an mir auslassen, weil ich eben kein Problem mit Dingen in Bezug auf Kinder hab, die man offensichtlich auf eine ganz bestimmte Weise zu machen hat. Ich mach wie ich will. Wer das nicht macht - hey kein Problem. Ist mir egal. Aber Mütter, die mich dann anmachen, da hab ich echt keine Lust drauf. 

Und diese Maulereien passieren mir zur Zeit echt häufig. Sobald ich ein Gläschen, ein Milchfläschchen auspacke, die Kinder erst etwas später vom Kindergarten abhole etc… Es geht mir so auf die Nerven.

Wer nichts Nettes zu sagen hat, der soll vielleicht lieber mal den Mund ganz halten. Das gilt auch für Mütter.

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