Freitag, 12. Februar 2016

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!

Ernstgemeinte Warnung: Dies hier ist ein kleiner Blog, den viele nur unregelmäßig lesen. Lest diesen Post NUR, wenn ihr gerade NICHT schwanger seit! Schwangere möchte ich aufrichtig bitten einfach wegzuklicken und mich aus dem Gedächtnis zu streichen. Ich meine das Ernst. Dieser Post ist nicht für euch gedacht!











Ja, meine Lieben, damit bin ich gemeint. Ich habe gewonnen! Eigentlich bin ich bisher ganz gut durchs Leben gerauscht. Ok, vieles könnte im Moment sehr viel besser laufen. Aber bisher waren alle gesund und munter und die Negativerlebnisse durchaus zu verarbeiten.

Nun habe ich gewonnen. Ihr fragt euch was? 

Acht Wochen Schlaflosigkeit, Angst und Panik. Acht Wochen echte Sorgen und danach einen Untersuchungsmarathon.

Und das kam so:
Seit 3 Schwangerschaften überlege ich ganz genau und predige 'MACH NIEMALS EINEN TEST, DER EINE DIAGNOSE ZUR FOLGE HÄTTE, MIT DER DU NICHT KLAR KÄMST!'

Nun, auch diesmal wurde ich mit einem unzureichenden Test falsch positiv auf Schwangerschaftsdiabetes getestet. Das hab ich - wie gewöhnlich - mit nem vernünftigen Test widerlegen können. Dazwischen hab ich mir das Gedönse des Arztes angehört. Ich hatte die ganze Zeit Vertrauen in das Kind und mich. Hab gespürt allen geht's gut. Kein Grund zur Sorge. Das hat mir gereicht.

Dann bei der letzten Vorsorge fragte der Arzt 'Sie wurden in all den Jahren nie auf hCMV getestet, sollen wir das mal machen?' Ich war gut drauf an jenem Tag und antwortete etwas, das ich sonst nie so sage 'Machen Sie nur…'

Das alles hat mich nicht tangiert, wir sind ja gesund und munter. Bis zu dem Anruf, abends um neun Uhr mit unterdrückter Nummer.
'Guten Abend, hier Dr. Blabla. Frau Rosalie, ich hab hier die Ergebnisse des Bluttests. Sie haben einen positiven Cytomegalienachweis.'

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben die A-Karte gezogen. Fahren Sie direkt zur Hölle. Gehen Sie nicht über Los und ziehen Sie keine 4000 Euro ein.

Nein, eine akute Infektion habe nicht. Und wohl in den letzten 20 Wochen auch nicht gehabt. Aber davor? Keine Ahnung. Mein Gehirn rattert sofort. Im Oktober war ich doch krank - starke Erkältung. War es vielleicht CMV - etwa innert des 1. Trimesters? Aber im US war das Kind bisher komplett unauffällig. 

Egal, der logische Teil liegt dann jetzt wohl hinter mir. Also warten wir auf die Geburt und weitere Blutuntersuchungen. Und bis dahin mach mir NATÜRLICH Sorgen (PS: Googelt jetzt niemals die Konsequenzen einer frühen CMV-Infektion! Finger weg vom Internet!!!!!!!!!!!!!!!!!)

Und mal wieder bleibt für mich die Frage: Warum will man mich ständig auf Lues, HIV und 1000x auf Masern und Röteln testen ohne mich zuvor überhaupt aufzuklären, welche Blutuntersuchungen da gemacht werden sollen (Zitat: 'Aber im Mutterpass steht, dass man das testen muss.') jedoch kam in drei Schwangerschaften noch niemand auf die Idee auf Cytomegalie zu testen? Warum? Warum muss ich mich gegen statistisch bekloppte GD Tests wehren, die mich nun zum 3. (sic!) Mal falsch positiv getestet haben, aber bei einer CMV-Durchseuchung von 40-80% und einer SS-Infektionsrate von 1-2% und einer Übertragungsrate auf den Fötus von 50% werde ich nie auf CMV getestet? 

Verdammt, da könnt ich ungeschützt f*cken wie ein Weltmeister, jeden Tag mit nem anderen Fremden, und würde niemals auf eine derartige HIV-Infektionsrate kommen, wie bei CMV. Welcher Dummkopf hat sich bitte diese Leitlinien ausgedacht? Ich versteh's einfach nicht.

Nun gut, die Chancen, dass ich mich weit vor den Schwangerschaften damit angesteckt habe ist sehr hoch. Das Kind fühlt sich weiterhin gesund an. Sagt jedenfalls mein Gefühl. 

Dennoch, der nächste der mir rät diese Schwangerschaft doch zu genießen - sei ja schließlich wahrscheinlich meine letzte - dem hau ich einfach ohne Vorwarnung eine rein. Diese Schwangerschaft ist der Horror und danach hab ich dann auch netterweise alles durch, was man beim Kinderkriegen so durchmachen kann. Ach nee, zwei Punkte fehlen mir ja noch auf der Liste: a) Frühgeburt und b) späte Totgeburt. Ich meine, da liesse sich durchaus noch was einbauen…

Kennt Ihr den Spruch: Oh heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andre an? Seit ich den ersten positiven Test in Händen hielt, fällt mir dieser Spruch öfter mal ein. Und dabei bin ich noch nie katholisch gewesen…

Wenn also bitte irgendjemand die Zeit mal kurz ein paar Wochen vordrehen kann, damit ich diese Unsicherheit hinter mich bringen kann? Bitte danke. Ich wäre dann jetzt soweit, wirklich wirklich WIRKLICH nimmer schwanger sein zu wollen. Niemals mehr. Echt jetzt. 

Ach ja, und brecht absolut niemals die wichtigsten Regeln in der Schwangerschaft:
Macht niemals einen Test, dessen Ergebnis euch so das Vertrauen raubt! Das führt gnadenlos in Richtung 'Schrecken ohne Ende'. Und gar gar niemals dürft ihr googeln! Niemals! Egal was.

Ansonsten bleibt mir nur zu sagen 'Gute Nacht, ich zieh mir jetzt die Decke übern Kopf und warte bis der Schmetterling schlüpft.'

Kommentare:

  1. Ojeh wie blöd! Wahrscheinlich ist doch aber eher, dass du schon lange CMV positiv bist. Ist halt leider nie vorher getestet worden. Aber was erzähle ich das jemanden der sich so gut mit Statistik auskennt.
    Soweit ich das verstanden habe wird nicht getestet, weil es bis vor kurzen keine Therapie gab.
    Wenn es dir hilft, bei mir wurde auch erst nach der ersten Geburt beim Screening für die Milchspende CMV positiv festgestellt, ist mir aber erst nebenbei beim Spenden nach Nr2 mitgeteilt worden. Keine Ahnung wann ich die Infektion hatte, die Kinder sind soweit gesund.
    Für die letzten Wochen deiner Schwangerschaft alles, alles Gute und wieder ein gesundes Vertrauen in dein Bauchgefühl!

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    1. Danke, ich kann ja eh nix machen. Abwarten und Tee trinken.

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  2. Was zum Kuckuck IST das überhaupt? Hab ich ja noch nie von gehört! Ich finde wirklich, ein Beispiel dafür, dass man das mit den Tests besser lässt.
    Mann, du Arme! Da kann man sich auch schlecht ablenken. Aber wahrscheinlich ist es NICHTS und du machst dir jetzt grundlos nen Kopp. Wer an dem Test jetzt wieder verdient, freut sich nen Ast.

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    1. Naja, das ist ein ziemlich drastischer Herpesvirus, der mit sehr hohen Wahrscheinlichkeiten schwerste Organschäden und Neurologische Schäden verursacht.

      Alles in allem schockiert mich am meisten, dass ich die Leitlinien der gynäkologischen Gesellschaft inzwischen für reinen Schwachsinn halte, der mehr Schaden anrichtet, als er verhindert. Die Folge ist, dass ich keinem Wort der Fachärzte traue. Dabei habe ich schon fantastische Gins erlebt. Die Chefärztin und Oberärztin, die z.B. K1 auf die Welt geholt haben, haben ihr das Leben gerettet. Die waren schlicht genial. Niedergelassene Ärzte jedoch - egal ob Gyn, Kinderarzt oder Orthopäde - halte ich inzwischen für Dummschwätzer. Man wird sie aber nicht los, v.a. mit Kindern, wo ja die Vorsorge 'freiwillig' ist. Mich mit so etwas zu beschäftigen belastet mich zunehmend. Jedenfalls war in den letzten 5 Jahren keine Vorsorge irgendwie sinnvoll, mit der ich konfrontiert wurde. Nicht eine. Außer vielleicht, dass Baby TV mir auch Spaß macht und die Impfungen der Kinder. Der Rest war reine Zeitverschwendung. Das finde ich absolut schrecklich.

      Und diese Schwangerschaft ist ja auch bald vorbei. Danach hab ich's dann auch glaub gesehen und will keine eigenen Kinder mehr. Hier ist ernsthaft Ende Gelände. Ich geb auch zu, ich bin neidisch auf die Frauen, die eine schöne 3. SS haben. Bei mir war nur die erste schön. Ich hab also diese Erinnerung, aber das hier macht keine Spaß mehr. Es frustriert mich und auch, dass beim Thema SS keiner vom Frust hören will. Alle sagen 'selber Schuld, hast es ja so wollen' oder 'du übertreibst, krieg dich mal wieder ein'. Das macht mich ganz schön einsam. Ich hab von Vorfreude bis Reue eine ziemliche Bandbreite erlebt und verstehe jetzt sehr genau, wie wichtig es ist jeder Schwangeren ihre Empfindungen auch zuzugestehen. Das wiederum lässt aber wohl der Markt nicht zu. Vielleicht erklärt das, weshalb dieser Trend zum 'Natürlichen' so boomt, weil die Schwangeren tatsächlich gerne eine Rückzugsmöglichkeiten von all der Ökonomisierung und der Heilsversprechen des Kinderkriegens suchen. Nur dass man die leider weder in Leinen-Tragetüchern, noch in der Langzeitstillgruppe findet und schon gar nicht bei der Akupunktur zur Geburtsvorbereitung. Sich all dem zu entziehen funktioniert leider wirklich nur durch Einsamkeit. Ein hoher Preis für Frauen, die doch auch auf Unterstützung und Anerkennung angewiesen sind, wie jeder andere Mensch auch.

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