Montag, 30. November 2015

Die böse Schwiegermutter hat Schuld - Teil 1

Das mit der Schuld ist ja schon eine heikle Sache. Wir Menschen lieben die Schuld. Wir beschuldigen andere, schieben die Schuld auf andere, fühlen uns selbst schuldig und fatal: wir verknüpfen Schuld auch gerne mal mit der großen Gerechtigkeitsfrage/-suche.

Wie ich bereits einmal schrieb, ist in meinen Augen Schuld etwas für Menschen, die auf Rache stehen. Einen anderen Zweck als Rachegelüste legal stillen zu dürfen scheint mir das Konzept der Schuld nicht zu erfüllen. Mit Schuld kann man nicht leben, Schuld macht nichts besser, aber so einiges im Leben schlechter. Die Schuldfrage ist eben so sinnlos, wie es Schuldgefühle sind. Und zur Beantwortung irgendeiner scheinbar übergeordneten Frage nach Gerechtigkeit scheint Schuld auch nicht viel beizutragen, außer dass man hinterher guten Gewissens mit dem Finger auf jemanden zeigen kann. 
Einem Menschen in all seinen Facetten wird jedenfalls weder Schuld noch Gerechtigkeit in irgendeiner Weise gerecht.

Wie schon erwähnt, mit Schuld kann man nicht leben - egal, wie schlimm oder vermeintlich schlimm die Schuld sein mag. Im Grunde kann man nur genau auf vier Arten relativ aufwandslos auf Schuld reagieren: Betäubung, Verbitterung, Verdrängung und Suizid. 
Nichts davon scheint mir eine erstrebenswerte Alternative.

Was das mit meiner Schwiegermutter zu tun hat? 
Nun, im Grunde ist die Antwort darauf ganz einfach. Die Schwiegerfamilie ist kaputt und Familienzeit ist einfach nur schrecklich, weil dort nur Menschen an einem Tisch sitzen, die seit Jahrzehnten eigentlich nichts mehr miteinander zu tun oder zu reden haben wollen. Schwiegerfamilientreffen sind Pflichtveranstaltungen, die alle Beteiligten überfordern.

Und ihr mögt euch erinnern: auch ich bin schon im Auge dieses Sturms gesessen und fand das gar nicht lustig. Nun kommt die nächste Weihnachtszeit und ich begann mich frühzeitig zu fragen, warum diese Menschen solch ein schlechtes Verhältnis zueinander haben und vor allem weshalb meine Schwiegermutter derart aggressiv auf mich reagiert.

Ich überlegte geraume Zeit. Die Lösung brachte meine erneute Schwangerschaft. Und die Lösung ist erstaunlich einfach: Die Schwiegermutter hat aufgrund traumatischer Ereignisse panische Angst vorm Kinderkriegen. 
Das mag paradox klingen, aber die Geschichte ist schnell erklärt. 

Eigentlich lief alles super, damals Mitte der 70iger. Verliebt, verlobt, verheiratet, Haus gebaut, schwanger. Besser hätte es nicht laufen können. Er einen guten Job, sie Beamtin, das erste Kind - ein Sohn. Und so nahm das Glück seinen Lauf. Klar war es anstrengend, mit Job und Kind und Hausbau etc., aber es lief gut. Dann sollte das 2. Kind kommen - ein Mädchen. Und die Tragödie begann. 

Sie wurde gegen Ende der Schwangerschaft sehr krank, die Ärzte rieten zum Kaiserschnitt, 4 Wochen vor ET. Alles ging gut, die Mutter wurde versorgt, das Kind kam auf die Neointensiv. Und dann war das Glück vorbei. Zuerst die Trennung von Mutter und Kind. Die Neointensiv war im Uniklinikum der benachbarten Stadt. Die Mutter nach Kaiserschnitt wurde nicht mitverlegt. Kein guter Start. 
Und dann bekam die kleine Tochter eine massive Hirnblutung. Der Supergau, der Beginn der Schuldspirale, das absolute Trauma für die ganze Familie. 

Meine Schwiegermutter hat nur mal ein paar Fakten erwähnt, nie erzählt, was damals wirklich passierte. Und so brauchte ich geschlagene 4 Jahre, bis mir dieses Licht aufging: Diese Frau stand schmerzgebeugt täglich nach langer Fahrt an einem Intensivbettchen und gab sich die Schuld für das ganze Schlamassel. 
Sie muss gedacht haben: Hätte ich nur nicht in diese Geburt eingewilligt. Wäre ich doch nur gleich in die Uniklinik gegangen und bei meinem Kind geblieben. Hätte ich dieses Kind doch nur im Bauch behalten, bis es reif genug gewesen wäre auf die Welt zu kommen. Ich hatte eine einzige Aufgabe - dieses Kind in meinem Bauch zu haben und es zu beschützen - und habe es nicht getan. Ich bin Schuld an dieser Hirnblutung. Ich bin Schuld, wenn meine Tochter behindert ist. Ich bin Schuld, wenn sie nie ein richtiges Leben führen kann. Ich bin Schuld und vielleicht geht meine ganze Familie zugrunde daran.

Das ist zwar nur Spekulation, denn die Frau würde das wohl kaum einfach so mir gegenüber an die große Glocke hängen, aber ich halte das für ein sehr sehr realistisches Szenario, denn es erklärt den gesamten Werdegang dieser Familie und ihr komplettes Verhalten.

Zur Beruhigung, das Kind hat keine bleibenden Schäden behalten, die Mutter jedoch deutliche Blessuren. Und geht es der Mutter schlecht, geht es automatisch der ganzen Familie schlecht. 
Die Mutter reagierte eigentlich ganz normal, mit Überkompensation. Fortan war sie sehr ängstlich, wachte mit Adleraugen über jeden Atemzug der Kinder, deklarierte die Tochter zum Sorgenkind und übersah oft genug den Sohn.
Ich kann mir daraus folgende katastrophale Entscheidungen und Verhaltensweisen vorstellen, die ihre Ehe zur bloßen Fassade verkommen liessen, aber das ginge hier wohl zu weit. 
Den Erwachsenen entglitt die Situation, er reagierte mit Betäubung auf die Schuldanhäufung der folgenden Jahre, sie mit Verbitterung, der Sohn mit Wut und die Tochter mit erlernter Hilflosigkeit. Aus vier gesunden Menschen wurde eine vergiftete Familie, deren Mitglieder am liebsten nicht miteinander reden würden. Diese Ablehnung schmerzt natürlich sowohl Eltern als auch Kinder, nur lässt sich der Knoten nicht so leicht lösen. Sie reden ja nicht miteinander. 

Und sie sind allesamt nicht in der Lage die Schuld von damals zu verarbeiten. Denn mit Schuld zu leben ist nicht möglich. Schuld kann man nur vergeben. Und Vergebung ist eine verdammt harte Lektion. Milliarden Menschen bitten regelmäßig in glühenden Gebeten 'und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern'. 

Der erste Schritt, der härteste ist: sich selbst zu vergeben. Wer das kann, kann auch lernen, anderen zu vergeben. Wenn dazu doch nur ein Gebet reichen würde - wie viel besser wäre das Leben der Menschen auf dieser Erde? 

Ich verstehe nun also besser was dieser Familie passiert ist. Ich kann nun nachvollziehen, weshalb meine Schwiegermutter derart ablehnend auf meine Schwangerschaften reagiert hat. Nicht ich bin das Problem, oder die Kinder, sondern die Angst und die Schuld, die 30 Jahre erfolgreich verdrängt wurden. Und dann so kommt aus heiterem Himmel eine Frau daher und setzt Kinder in diese Familie, einfach so. Und hört auch nicht auf damit. Immer noch eines und noch eines kommt auf die Welt. Und die Schwiegermutter hat wieder dieses Bild vor Augen, wie sie an einem Intensivbettchen steht und Schuld ist am Leid ihrer allzu kleinen Tochter, die sie nicht beschützt hat…

Diese Tragik stellt mich vor ein massives Problem: Ich kann dieser Frau nicht helfen. Ich bin schwanger, ich bekomme diese Kinder ohne Schuldgefühle, ich weiß um die Bedeutung von Schuld und Vergebung und ich habe gelernt zu vergeben. Es fällt mir nicht immer leicht, aber ich weiß, wie ich an den Punkt komme und wie sich Vergebung anfühlt. 
Ich kann zwar versuchen diese Familie ins Gespräch zu bekommen, aber jeder von ihnen muss sich selbst vergeben lernen. Niemand, kein Gott der Welt kann ihnen diese Aufgabe abnehmen. Und für viele Menschen ist das in der Tat eine Lebensaufgabe.

Was mache ich nun aus meinem Verständnis? Nehme ich die Sache in Angriff und provoziere eine Konfrontation im Angesicht meines Kugelbauches? Ertrage ich die Feiertage und habe Mitleid? Ertrage ich es und habe Mitgefühl? Ist damit jemandem geholfen? Keiner von ihnen will Hilfe, das muss ich bedenken. 

Ich wünschte, ich könnte ihnen allen einfach eine Familientherapie verordnen. Dann hätten wir noch ein paar angenehme Jahre miteinander. Das mit der Schuld, das ist schon eine heikle Sache.

Kommentare:

  1. Puh, du bist ganz schön Weise. Wirklich.
    Mein Mann redet nicht so gerne, seine Herkunftsfamilie ist zwar intakt(er), aber reden gab und gibt's halt nicht. Er nennt das, was ich mit ihm mache Zwangsreflexion ;0)
    Du KANNST, wenn du willst schon drüber reden. Du KANNST einen Anstoß geben, oder auch zwei. Du kannst auch zu Weihnachten einen Gutschein für eine Familienaufstellung verschenken, wenn du damit was anfangen kannst. Ich finde deine Erkenntnisse toll und ich freue mich, dass du in deiner Rolle in diesem Familienkonstrukt gut für dich sorgen kannst, ich fänd es genial, wenn du der Familie den Anstoß zur Heilung geben könntest. Beten hat zusätzlich ja trotzdem seine Berechtigung, ne?
    Adventliche Grüße von Ni

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    1. Naja, wirklich tun kann ich nichts, auch Rettung gehört nicht zu meinen Aufgaben. Aber es ist Familie und ich kann es nicht abschalten oder ignorieren. Vielleicht kann ich es nur ertragen. Aber will ich das? Und will ich das für meine Familie?
      Eigentlich ist ja Familie der einzig wirklich adäquate Rahmen für wirkliche zwischenmenschliche Auseinandersetzung. Aber dazu müssen eben auch alle mehr oder minder mitmachen (wollen). Wir werden sehen, was passiert. Ich lass es auf mich zukommen. Vielleicht ergibt sich mal eine Möglichkeit für ein Gespräch. Vielleicht gibt's auch irgendwann mal den großen Knall.

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  2. Schwierig, schwierig. Ich denke aber, langfristig fährst Du am besten, wenn Du Dich um Deine eigenen Angelegenheiten kümmerst. Die Schwiegerleute müssen für sich selber die Verantwortung übernehmen, das kannst Du nicht an ihrer Stelle tun.

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    1. Nun, ich habe keine Ambitionen irgendjemanden zu retten. Ich habe kein Helfersyndrom. Andererseits bin ich natürlich an einigen Tagen im Jahr direkt betroffen, der Trüffel generell und die Kinder mehrere Male pro Jahr. Also ganz spurlos geht es an uns doch nicht vorbei. Und für den Trüffel war es nun z.B. wirklich ein Problem, von der erneuten Schwangerschaft zu berichten und er wälzte dieses 'Problem' tatsächlich monatelang. Eine absolute Absurdität.
      Familie ist Familie - auch wenn wir sie im Alltag durchaus ausblenden können. Aber für den Trüffel ist es die Mutter und das bleibt sie auch. Einfach ignorieren funktioniert nicht. Darum bin ich auch etwas ratlos. Und die Schwiegereltern sind lang nicht so alt, dass sie in absehbarer Zeit sterben.

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  3. Hallo Rosalie!

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man Mitmenschen keine Verantwortungen abnehmen sollte, ohne darum gebeten worden zu sein. Denn man nimmt ihnen ja dann auch Freiheiten, z.B. Entscheidungsfreiheit ab, und das wird meist unaufgefordert nicht gern gesehen ;)
    Irgendwie scheint nur übrig zu bleiben, die Hand hin zu halten, und zu signalisieren, dass man dazu bereit ist, Hilfe zu leisten, sollte das gewünscht werden. Das "Wann" bestimmt aber dann der Hilfesuchende... und "Ob überhaupt" irgendwie auch ;)
    Ich wünsche dir starke Nerven für die Feiertage. Alles was bereits in deiner Verantwortung liegt unterliegt aber auch deiner Entscheidungsfreiheit!
    Schöne Grüße, Bine

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    1. Im Grunde sehe ich es genauso, dein Satz 'Alles was bereits in deiner Verantwortung liegt unterliegt aber auch deiner Entscheidungsfreiheit!' jedoch stimmt nunmal nur in der Theorie.
      Aktuell ist die Große bei Oma zu Besuch. Die maulte mich heute an, ich solle nicht täglich anrufen und sagen, ich habe meine Tochter lieb, denn das würde bei ihr Schuldgefühle auslösen und sie als Oma hätte dann ein Problem. Ganz ehrlich, ich muss da seeeeeeehr tief ein- und ausatmen um nicht zu explodieren. Die Konsequenz wäre für mich, das Kind abzuholen. Das hat die Oma am Telefon vehement bekämpft, der Gatte rief dann an, und quengelte mich so lange an, bis ich mich breitschlagen lies, morgen darüber nachzudenken. Die Kinder sind selten bei Oma - weil zu weit weg - und es sind daher auch immer einige Tage am Stück. Die Oma hat für Sonntag nen Nikolaus organisiert, die Tante, Großtante etc. kommen. Blas ich das jetzt alles ab und der Gatte muss das folgenreich ausbaden? Oder beruhige ich mich? Streite ich mich mit dem Gatten, weil er sich instrumentalisieren lässt? Es ist ja seine Mutter.

      Das Schlimme ist, so viel Verständnis ich auch habe, ich sehe es definitiv kommen, dass ich irgendwann verweigere, dass die Kinder ihre Großeltern sehen und dann knallt's. Nicht nur bei ihnen, sondern auch hier, denn der Mann schafft es nicht sich zu positionieren.
      Die Alternative kann also nur sein, dass ich ihnen das Messer an den Hals setze und drohe. Eine denkbar unschöne Lösung.
      Willkürlich alles zu schlucken, was diese Frau an Gift versprüht ist nämlich auch keine Alternative. Denn das wird noch 30 Jahre so weiter gehen. Mich nervt das brutal.

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    2. Ohje. Und das liest sich nicht schön und leider kann ich dir auch keinen Rat geben. Denn unsere Erfahrung ist bestimmt nicht auf die Situation übertragbar. Wenn unsere große alleine Urlaub bei den Großeltern macht, rufe ich bewusst nicht täglich an sondern lasse das Kind und die Schwiegereltern Kontakt aufnehmen wenn sie es wollen. Das fällt mir manchmal schon schwer, aber für die Kinder ist es einfacher sich so voll auf den Urlaub einzulassen. Doch unser Verhältnis zu den Schwiegereltern ist sehr gut und ich vertraue ihnen voll. Abends wird dann auch gerne mal ohne Kinder telefoniert und am Ende begeistert erzählt was alles tolles bei den Großeltern unternommen wurde. In so einem vergifteten Szenario wie bei euch schlecht vorstellbar. Aus der Ferne drücke ich die Daumen.

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    3. Liebe Rosalie,
      Ja, dass ist das Problem: Entscheidugsfreiheit heißt nicht, dass man entscheiden kann, ohne wenn und aber :(
      Bei uns gehört das Telefonieren zum ins-Bett-geh-Ritual. Wir sind ja Momentan bei meinen Eltern und rufen den Papa Fuchs an, um ihm Gute-Nacht zu sagen...
      Vielleicht hilft ein Kompromiss? Das die Schwiema anruft, wenn es in ihren Plan passt... Aber ich weiß,Ferndiagnose ist unmöglich ;)
      Ich wiederhole mich mal: Ich wünsche dir gute Nerven!
      Die Frage für mich wäre auch, wie ist der worsed case für einen großen Krach... Aber andererseits kann man den großen Krach auch später immer noch auslösen, der läuft nicht weg ;) (Galgenhumor...)

      Schöne Grüße
      Bine

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    4. Glühbirne an: vielleicht ist es einfacher, wenn Papa mit den Kids telefoniert?

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  4. Hallo Rosalie,

    ich kenne eure Situation nicht wirklich, deswegen kann ich natürlich keinen kompetenten Rat geben;

    du kannst / sollst deiner Schwiegermutter vermutlich nicht helfen und ohnehin seid ihr als junge Familie in eurer

    eigenen Situation;

    ich könnte mir aber vorstellen, dass es zur Entspannung zwischen deiner Schwiegermutter und dir beiträgt, wenn du

    ihr gegenüber ansprichst, wie schwierig für sie doch die Geburt ihres zweiten Kindes gewesen sein muss, mit dem

    Kraftakt des Pendelns nach dem Kaiserschnitt und all den andauernden Ängsten um die Gesundheit des

    Neugeborenen - gewissermaßen als Würdigung ihrer damaligen Verzweiflung; so würde sie sich sicher in ihrer

    eigenen Mutterrolle von dir wertgeschätzt fühlen; und Verbiegen müsstest du dich dafür auch nicht, du bewertest die

    damalige Situation ja als durchaus dramatisch;

    aber - wie gesagt - ich habe nicht wirklich Einblick - vielleicht ist die Atmosphäre auch für solche Gespräche

    zu vergiftet;

    LG Sandra

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    1. Das Problem ist nicht die Anerkennung ihrer Ängste, sondern, dass sie und ich so völlig unterschiedlich ans Kinderkriegen rangehen. Und sie sagte einmal wörtlich zu mir: Du hast deine Meinung und ich meine und wir werden da nicht zusammen kommen.
      Mein Verständnis in Ehren, aber es nützt eben auch nix, wenn sie sich keinen Millimeter bewegen will. Sie will mich nicht verstehen oder sich auch nur meine Position anhören. Das meint sie tatsächlich so und das macht mir jede Weitere Kommunikation zunichte. Das heißt nicht, dass ich ihr alle Schuld an dem schlechten Verhältnis gebe. Aber es heißt durchaus, dass ich eine gewisse Anzahl an Begegnungen versuche Rücksicht zu nehmen und dann aber an den Punkt kommen werde, wo ich die Nase voll haben werde. Mit Beschuldigungen hat das dann nichts weiter zu tun. Das ist dann eben einfach so.

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  5. Hallo Rosalie,

    Es hat mich doch ziemlich beschäftigt, das "Telefon-Problem". So sehr, dass ich mich darüber mit ein, zwei Personen, auf deren Meinung ich Wert lege, unterhalten habe.
    Zum Beispiel wurde ich daran erinnert, dass ich als Vierjährige zwei Wochen bei meinen Großeltern verbracht habe (die ich sehr gern mochte), dass es gut war, dass es noch kein Telefon in diesem Haus gab, da meine Eltern und ich es sonst nicht durchgehalten hätten, wenn ich jeden Abend am Telefon todtraurig gewesen wäre, weil Mama und Papa eben nicht da waren.(Meine Eltern haben zu dieser Zeit einen Fahrschul-Blockkurs gemacht).
    Und auch daran, dass mein Kleiner sehr geweint hat, als ich im Krankenhaus war, und mein Mann bei meinen Eltern anrief, um ihm gute-Nacht zu sagen.
    Mein Mann konnte sich nicht durchringen, nicht anzurufen (was ich gut verstehen kann), obwohl meine Mutter ihn darum bat (was ich nun auch nachvollziehen kann).
    Also habe ich festgestellt, dass es dieses "Telefon-Problem" auch in Familien gibt, wo alle Beteiligten sich gut verstehen und gern zeit miteinander verbringen...
    Vor allem möchte ich mich damit für meine voreilige Meinung oben entschuldigen -.-

    Schöne Grüße
    Bine

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    1. Eine Entschuldigung ist nicht nötig. Jede Familie und jedes Kind und jede Mutter ist da anders. Mich störte nicht die Frage: Anrufen, oder nicht. Sondern der Befehl: Ich will, dass du nicht mehr anrufst und die Begründung sollte dann mir Schuldgefühle machen. So läuft der Hase eben nicht. Im Übrigen ruft auch der Papa beim Kind an, da er meist noch spät bei der Arbeit ist und somit nicht am üblichen Vorabendtelefonat teilhaben kann.
      Das Telefon-Problem ist auch speziell abhängig vom Entwicklungsstand eines jeden Kindes. Das ist ja einsehbar. Der Entwicklungsstand meiner Schwiegermutter ist nicht mein Problem.
      Darum, mach dir keine Gedanken. Es ist einfach eine Frage der Kommunikation und die stimmt mit der Schwiegermutter einfach gar nicht.

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