Montag, 28. September 2015

ElternRat Familienbett

Ich habe zwar bereits einiges dazu geschrieben, aber da ich die Idee eines ElternRats gut finde, fasse ich hier noch mal unsere Situation zusammen.

Wir haben ein Familienbett und wir haben uns nie Gedanken darüber gemacht. Warum? Weil wir bei der ersten Schwangerschaft nicht in eine größere Wohnung gezogen sind. Wir hatten keinen Platz, kein Kinderzimmer übrig und auch kein Geld einem Baby ein Kinderzimmer zu kredenzen. Also war klar, das Kinderbettchen steht im Schlafzimmer. Sinniger Weise suchten wir ein Kinderbettchen, das man als einzelnes Bett und als Beistellbett verwenden kann. Darin schliefen bisher alle unsere Kinder mehr oder weniger, je nach Alter. 

Ich habe nie darüber nachgedacht, ob man das ändern könnte, denn ich bin genauso aufgewachsen. Mein Kinderbettchen stand im Elternschlafzimmer, bis wir in eine größere Wohnung zogen - da war ich schon in der Schule. Es ist nunmal nicht naturgegeben, dass kleine Kinder oder gar Babys ein eigenes Zimmer bekommen (wozu eigentlich?) und die Eltern nur dafür eine Wohnung mieten/kaufen, die sie sich nicht leisten können.
Ich möchte das nur mal so erwähnen, denn es ist bei Weitem kein Einzelfall. Im Gegenteil, wer zur Familiengründung in ein Häuschen mit allerlei Platz für Kinder ziehen kann, lebt im Luxus. Es ist eine neuzeitliche Angewohnheit, die schätzungsweise 6-7 Milliarden Menschen auch heutzutage verwehrt bleibt. Darüber darf man ruhig auch mal nachdenken. Die Frage, was denn aus pädagogischen Gründen schöner für's Kind ist - Familienbett ja oder nein - stellt sich eigentlich nur einer verschwindend kleinen Elite. Der Rest muss schauen wie er auf den paar qm, die er teuer mietet/kauft, zurecht kommt. 

Wir haben nun eine größere Wohnung und immer noch ein Familienbett. Warum? Nicht aus Überzeugung, sondern aus Bequemlichkeit. Die Kinder kommen eh zu Mama und Papa ins Bett bis sie schon sehr groß sind. Nennt sich Familie. Hab ich bei meinen Eltern auch gemacht und die Leser bei ihren sicherlich auch. Also haben wir, statt in Kinderzimmer und Stockbetten, in ein 180 cm Bett (genau das gleiche Modell, wie unser Ehebett) investiert, 'Kinderbett' und 'Ehebett' zusammengeschraubt und nun eine riesige Liegefläche. Rückt einem ein Kind auf die Pelle, so nimmt man seine Decke und sucht auf der 4m Liegefläche ein anderes freies Plätzchen. Oder man rollt das Kind dem Ehegatten hin. Soll der sich doch drum kümmern. 

Wir hatten nie durchwachte Nächte. Die Kinder schlafen super in dieser Konstellation. Beim Zahnen/Erkältung etc. sind sie einfach zu beruhigen. Wer grad aufwacht, der beruhigt das Kind eben. Zum Baby stillen ist das Familienbett eh am einfachsten. Ich hab jahrelang die Kinder nur angedockt und weiter geschlafen.

Wir machen das aus Faulheit. Ich brauch nämlich auch meinen Schlaf und hab total keinen Bock nachts unter meiner Bettdecke hervorzukriechen, weil ein Kind weint. 

Sollten die Kinder je den Wunsch äußern, ein eigenes Bett zu wollen, bekommen sie dieses. Ich schätze, das wird irgendwann in der Grundschule der Fall sein. Wir haben ja jetzt ein Kinderzimmer. Das ist allerdings ein Spielzimmer, kein Schlafzimmer, und vielleicht wird da mal ein Bett drin stehen. Jedenfalls wird auch dann nicht jedes Kind sein Zimmerchen bekommen, sondern alle Kinder werden in ein Doppelbett verfrachtet. Die sind ja eh gewohnt miteinander in einem Bett zu sein. Da können sie sich dann auch gegenseitig bekuscheln. Bei drei Kinder fürchte ich jedoch, werden wir nie jedem Kind ein eigenes Zimmer einrichten können. Allerdings ist noch kein Kind daran gestorben, wenn es auch als Teenager mit seinen Geschwistern das Zimmer teilen musste, vielleicht auch irgendwann mit separaten Betten. So ist das halt in einer Familie, da gibt es Prioritäten. Und sein Geld kann man eben nur einmal ausgeben.

Ich versteh auch die Diskussion darum nicht und schon gar nicht, dass so mancher da sogar einen pädagogischen Hintergrund hinein interpretiert. Kann es sich jemand leisten, getrennte Zimmer zu haben, so wird er die Kinder daran gewöhnen oder auch nicht. Ich schätze das ist völlig egal, denn so wie die Kinder es gewohnt sind, wird es für sie normal sein und sie werden sich nicht viele Gedanken darüber machen, ob das nun richtig oder falsch sein könnte. Jedes Kind wird seiner Neigung entsprechend oft oder selten die Eltern einfordern. 
Die Hauptsache für mich ist, dass jede Familie eine Konstellation findet, bei der jeder für sich halbwegs genug Schlaf bekommt. Wie das genau abläuft im Einzelfall, halte ich für nebensächlich.

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