Dienstag, 20. Januar 2015

Warum wir ein Familienbett haben

Ich schreibe diesen Post nicht, um Position zu beziehen in vorangegangenen Schalfdebatten, sondern um zu erzählen, dass man sich über dieses Thema auch einfach KEINE Gedanken machen kann und trotzdem glücklich wird. Denn mir scheint es, als müsse man sich als Eltern ständig über irgendwas hochtrabende Gedanken machen, damit das Kind später auch bloß nicht psychisch krank wird. Meiner Meinung nach ist das völliger Quatsch. 

Warum also haben wir ein Familienbett? Nun, das kam so:
Zum Einen habe ich selbst bis wir mit 6 Jahren in eine größere Wohnung gezogen sind, bei meinen Eltern im Beistelltet geschlafen - es gab schlichtweg kein Kinderzimmer.
Zum anderen hatten wir in Basel kein Kinderzimmer, also war es klar, dass Kind kommt ins Beistellbettchen ins Schlafzimmer. Nun, wir hatten zwar ein Kinderzimmer, das aber wurde eigentlich eher als Gästezimmer genutzt und grundsätzlich als Rumpelkammer. Ich kam gar nicht auf die Idee, für ein Baby ein Zimmer herzurichten. Ich nahm naiverweise an, Babys brauchen kein eigenes Zimmer, denn sie wissen nicht was Privatsphäre ist und wollen sich auch nicht zurück ziehen. Also haben wir ein Beistellbettchen mit Rollen gekauft, das ich durch die Wohnung schieben konnte bei Bedarf und fertig. Kann ich übrigens nur empfehlen das Teil!

Beim Umzug nach Heidelberg suchten wir speziell eine Wohnung mit großem Schlafzimmer. Wir kauften einfach unser Bett in etwas schmaler noch einmal und haben jetzt eine 3,5m Liegefläche. Warum wir das Familienbett beibehalten haben? Ganz einfach, so bin ich die Kinder des Nachts los (bis aufs Baby stillen natürlich). Denn ich liege außen. Der Trüffel liegt meist zwischen Kind eins und zwei. Ich habe die Damen darauf trainiert, dass sie sich nachts an den Trüffel ranschmeißen, sollten sie aufwachen, eine Milchflasche brauchen oder kuscheln wollen. Mir ist das wurscht, was die machen. Ich jedenfalls schlafe nachts ganz wunderbar und hab auch genug Platz.
Als ich noch nachts gestillt habe, war das etwas anders, zugegeben. Aber nach dem Stillen hat sich die kleine Dame auch meist zum Papa gerollt. Der Trüffel hatte übrigens dabei nicht viel zu entscheiden, denn wer tagsüber nicht oft daheim ist, der muss halt nachts herhalten. 

Aus meiner Perspektive kann ich ein Familienbett also unter 2 Bedingungen empfehlen: große Liegefläche und jemand anders, der nachts die Kinder übernimmt. 
Wir haben inzwischen ein Spielzimmer, kein richtiges Kinderzimmer. Und mein Plan ist auch, ein großes Bett, 160 cm, zu kaufen, wenn die Große in die Schule kommt. Dann werden die 2 größeren ausgelagert und da wir bis dahin wahrscheinlich weiteren Nachwuchs haben, wird der zum Trüffel verschoben. Über eigene Betten oder gar Kinderzimmer denken wir nach, wenn die Damen ins Teenageralter kommen. 

Es ist nicht so, dass ich mir groß Gedanken über unsere Schlafsituation gemacht hätte. Ich gehe lieber den Weg des geringsten Widerstandes. Und ich denke, den Kindern ist es im Grunde egal, wo sie schlafen. Für sie ist es wichtig, dass alles abläuft, wie gewohnt. Werden sie also an ein eigenes Bettchen im eigenen Zimmer gewöhnt, ist es für sie normal. Schlafen sie im Familienbett, ist es genauso normal. Ich sehe nicht, was davon besser oder schlechter sein soll. Wie geborgen sie sich fühlen hängt ja nicht vom Bett oder Zimmer ab, sondern davon, ob jemand für sie da ist, wenn sie das brauchen. 

Was Kinder aber sicher gar nicht gebrauchen können, sind grantige unausgeschlafene Eltern. Also zählt hierbei der Schlaf der Eltern für mich mehr, als der Schlaf der Kinder. Die können nämlich auch tagsüber schlafen, Eltern meistens nicht.

Kommentare:

  1. Hihi ^^
    Das Argument mit den ungeduldigen und unausgeschlafenen Eltern zählt ei uns auch am meisten :) wie man das hinbekommt ist dann jedermanns eigener Weg :)
    Schöne Grüße!

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  2. Nun, ich finde, der elterliche Schlaf ist tatsächlich wichtiger, als der kindliche. Denn Schlafmangel geht auf Kosten der Gesundheit und überhaupt denke ich, Eltern gehen besser mit ihren Kindern um, wenn sie nicht am Rande der Bewusstlosigkeit stehen. Gerade ganz kleine Babys können ja schlafen, wann sie wollen.
    Aber vor allem finde ich, man sollte es Eltern endlich einmal zugestehen, dass dieses Grundbedürfnis die Basis des familiären Zusammenlebens ist. Es tönt oftmals so, als stünden die kindlichen Bedürfnisse über allem. Das stört mich massiv.

    Grüße

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