Montag, 19. Januar 2015

Kleinkindmobilisierung

Nein, ich möchte nicht davon berichten wie viele Pukylinos, Wutsche, Laufräder und Fahrräder sich bei uns tummeln. Ein Geräteschuppen reicht da schon lang nimmer zur Lagerung.

Es geht um den Kinderwagen. 

Ich liebe unseren Kinderwagen! 

Groß, schön, absolut unkaputtar. Passt kaum in den Kofferraum, ist mit 14kg nicht wirklich leicht und hat mit allem drum und dran 850 Euro gekostet. 
Geld, das wir natürlich nie hatten und so ist es unser Geburtsgeschenk von jeglichen Großeltern und Urgroßeltern. Und ich liebe ihn! Hatte ich das schon erwähnt?

Es ist ein Hartan Topline S, nunmehr 4 Jahre alt und ich kann mir keinen besseren Wagen vorstellen.
Warum? Weil die Qualität und Stabilität einfach unschlagbar sind. Nicht das kleinste Plastikteilchen ist bisher abgebrochen, obwohl wir damit nicht gerade pfleglich umgehen und die Kinder wie wild darauf rumturnen. Der Schwenkschieber ist praktisch, wenn man tatsächlich im Wald unterwegs ist. Die Handbremse war für uns ein Muss und hat sich schon oft bewährt. Da wir immer in Städten wohnen, die eine gepflegte Kombination aus Kopfsteinpflaster und Straßenschäden kultivieren, waren mit Räder und Federung ein Anliegen. Und ich bin begeistert. Die Federung ist extrem gut, die Kugellager hakeln nicht ein einziges Mal, die feststellbaren Schwenkräder passen sich wirklich jeder Situation an und selbst die vollbesetzte Fahrt durch einen Scherbenhaufen ist gar kein Problem.

Die Größe ist Vorteil und Nachteil zugleich. Die Kinder haben schön viel Platz und höchsten Komfort, was ich auch so wollte. Der Kofferraum unseres Sportflitzers ist allerdings mit dem Wagen rappelvoll. Für das Auto kann der Kiwa allerdings nix. 

Unserer ist leuchtend blau (der Gatte hofft ja immer noch auf einen Sohn und der sollte nicht in einem Wagen der Farbe 'Pflaume' rumfahren, hätte mir nämlich auch gefallen). Vor Jahren gab es noch richtig tolle farbliche Designs, die heute sind mir etwas zu trist. Ich find aber unser blau richtig schön. 

Wir haben eine feste Kombitasche, den man in den Sportwagen reinschiebt. Bei Nr.1 hat sich die super bewährt, denn da waren wir mit Baby im Segelurlaub und haben sie in dieser Tasche einfach auf Deck mit Spanngurten befestigt. Wir haben die Tsche auch immer in Restaurants oder bei Besuchen dabei gehabt, als Bettchenersatz. Die Kleine schläft und man kann sie überall hin mitnehmen. Bei Freunden, die in schicken Altbauwohnungen im 4. OG leben ein echter Vorteil, oder wenn das Kind eingeschlafen ist um man sie einfach mit der Tasche mit in die Wohnung nehmen kann. Eine Softtasche wollte ich nicht, weil wir eben Segeln gehen wollten. Ich bin sehr zufrieden mit der Tasche und würde sie sofort wieder kaufen. 
Allerdings war die Benutzung bei uns durchaus eingeschränkt. Die Tasche ist zwar länger als viele Wannen, aber Kind 1 wuchs wie blöd und war mit 3 Monaten bereits zu lang dafür. Da hat sich bewährt, dass wir einen Sportwagen haben, den man komplett flach machen kann. Ich denke jedes Mal, wenn ich einen Buggy sehe mit vorgeformten Sitz, dass das total sinnbefreit ist. 
Meine Kids liegen beim Schlafen immer komplett flach und haben so auch die Möglichkeit sich auf die Seite zu drehen. 
Als das Kind zu lang für die Tasche war, hab ich sie einfach flach so in den Wagen gelegt und das hat super geklappt. Der Rahmen ist recht hoch und auch, wenn sich die Dame gedreht hat, war das nie ein Problem. Es lief sogar so gut, dass ich Nr.2 gleich gänzlich ohne Tasche hineingelegt hab. Bei dem Wagen braucht man eigentlich gar kein Geld für eine Tasche oder einen Wannenaufsatz auszugeben.
Ich habe meine Kinder auch noch nie in diesem Wagen angeschnallt. Das T-Stück und der Rahmen machen den Sitz perfekt auch für Sitzanfänger.

Der Korb unten ist wirklich schön groß, so dass auch Einkäufe kein Problem sind. Ich hänge auch öfter schwere Taschen über den Rahmen die der Handbremse. Das verträgt der Wagen locker. Zudem kann man das Verdeck nach unten klappen und hat damit eine Art Korb der schätzungsweise bis 4 kg belastbar ist. Dem Rahmen steckt das Packeseldasein locker weg.

Abnutzungsspuren haben eigentlich nur die Reifen, sonst sieht er aus wie neu, obwohl ich ihn überhaupt gar nicht pflege, außer 1x jährlich Bezug waschen.

Als Nr.2 dann auf der Welt war, haben wir entfach angebaut: einen Buggypod. Wir haben den Smorph2, damals bei Amazon für 120 Euro gekauft. Und mein Urteil lautet: GENIAL!

Bei einem ist direkt beim Aufbau etwas kaputt gegangen, aber der Umtausch lief problemlos und das 2. Exemplar ist bisher auch unverwüstlich. Der Buggypod ist eine Art schmaler Beiwagen. Der Anbau an unseren Harten war kein Problem, sobald man richtig verstanden hat, wie das Ding funktioniert, man braucht auch keinen Zusatzadapter. Der ganze Anbau wird einfach dran und wieder weggeklippt. So passt alles auch noch ins kleinste Auto. Und es kostet sehr viel weniger, als ein Geschwisterwagen. Mit Anbau ist die gesamte Kombi etwas schmaler als ein Doppelwagen. Das macht eigentlich nur in Aufzügen mit schmalen Türen das kleine Problem, dass man ein Kind kurz rausnehmen, Buggypod einklappen und danach wieder ausklappen und das Kind reinsetzen muss.
Ich bin von unzähligen Eltern darauf angesprochen worden, denn das Teil ist die perfekte Lösung. Ein Rollbrett für die Großen finde ich aus vielen Gründen sehr unpraktisch. Man stößt sich beim Gehen daran (ich zumindest), wenn die Großen noch nicht so ganz groß sind, wollen die auch nicht ewig stehen und man kann keine Tasche an den Wagenbügel hängen. Zudem ist so ein Rollbrett für den Harten irgendwie nicht wirklich geeignet, da der Bügel doch sehr nah am Wagen, und somit der Platz für das große Geschwisterkind recht klein ist. 

Der Buggypod sieht erstmal recht klapprig aus, aber man braucht echt keine Bedenken zu haben. Das Ding hält, was es verspricht! Allerdings muss man doch etwas flexibel sein, je nach Kinderkonstellation. Ein leichtes Baby im Wagen und ein schweres Kind im Buggypod erfordern vom Schiebenden doch eine verstärkte Gegenlenkmaßnahme. Da zieht der Wagen schon ganz doll nach rechts. 

Wie haben wir das also gemacht mit dem Wagen? In Basel hab ich den Wagen sehr oft benutzt, denn wir hatten Wohnung, Arbeit und Kita innerhalb von 500m Umkreis. Als die Dame mir beim Tragen öfter zu schwer wurde, hab ich gern in den Wagen gewechselt. Hier in Heidelberg sind wir viel mit Auto und ÖV unterwegs. Seither benutzen wir den Wagen eher selten, denn ich bin weder jemand, der ständig den Wagen ein und ausladen will, noch jemand der Kiwa in öffentlichen Verkehrsmitteln goutiert. Das nervt mich beides. So haben wir den Wagen hauptsächlich als Packesel bei langen Ausflügen oder auf dem Spielplatz dabei, weil wir da eh immer den halben Haushalt rumschleppen. 

Ich hab es also so gemacht mit 2 Kindern: Nr.1 im Wagen, Baby getragen. Als Nr.2 sitzen konnte: Nr.1 im Wagen, Baby auf dem Buggypod. Das harmoniert besser mit Gewicht und Kindergröße. Mittlerweile habe ich nur noch bei längeren Ausflügen den Buggypod dabei, ansonsten kommt ein Kind in den Wagen und eines im Onbuhimo auf den Rücken und fertig. Beide laufen inzwischen auch gerne richtige Strecken. 

Der Buggypod war für uns eine super und preiswerte Zwischenlösung, da wir eh grundsätzlich mit der Kombi aus Tragen und Kinderwagen arbeiten. Gehen wir in die Stadt (Bummeln, Weihnachtsmarkt etc.) oder sind wir mit dem Auto unterwegs, bevorzuge ich die Tragen. Bei Park-, Zooausflügen, Spielplatz oder Kurzeinkäufen nehmen wir den Wagen. Dann muss ich nicht den ganzen Kruscht selber schleppen.

Hat sich also der teuere Wagen gelohnt? Na und ob! Obwohl meine Kinder viel getragen werden und wurden, benutzen wir den Wagen oft. Wenn auch nicht mehr so oft, wie in Basel. Die Kombi gibt uns maximale Freiheit und flexible Anpassung an jedes Kindesalter. Und je schwerer die Damen werden, umso öfter entlaste ich meinen Rücken. Und da wir noch weitere Kinder planen, hat sich die Investition in einen stabilen Wagen allemal gelohnt. Lieber würde ich also einen Sportwagen von Harten kaufen ohne Tasche, statt bei einem billigeren Modell 2 Aufsätze kaufen zu müssen. Und trotz zahlreicher Tragen in unserem Haushalt, würde ich nicht auf einen Kinderwagen verzichten wollen.

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