Mittwoch, 5. November 2014

Peng!

Heute bin ich explodiert.

Und das kam so:

Die Große war heute nicht gut drauf. Das kommt vor, sie ist ja mitten in der 'Autonomiephase'. Was für ein blödes Wort. Sie trotzt und tobt und vor allem: sie heult. Immer. Wegen jedem und allem. Ein Wasserspritzer auf dem Pulli, der Reiskeks ist an der falschen Stelle auseinander gebrochen, das Baby hat ihre Jacke berührt - egal. Die Reaktion ist jedes mal ein völliger Zusammenbruch.

Das nervt zwar, v.a. die Tonlage (zwischen Schlosshund und Werwolf), aber was soll's.

Jedenfalls heute lief es nicht gut. Alles nein. 

Sie bestand nun heute Abend darauf, statt auf die Toilette auf's Tröpfchen zu gehen. Also stellte ich ihr das Tröpfchen hin und setzt mich wieder an den Tisch, denn wir waren beim Essen. Als ich nach ihr schaue, rührt meine 3 1/2jährige Tochter mit Händen und Füßen in einer Lache aus Pipi und dem Rest vom Durchfall, die sie um das Tröpfchen herum mitten im Badezimmer eigens für diesen Zweck generiert hatte.

Ich schlucke.

'Steh sofort auf und stell dich direkt in die Dusche.' (Der Ton ist noch beherrscht, aber militärisch.)

'Nein.'

'Ich will, dass du sofort aufstehst und dich in die Dusche stellst. Jetzt sofort.' 

'Nein. Blöde Mama. Lass mich in Ruhe.'

Nääääääääggggg. Falsche Antwort. Und definitiv falscher Zeitpunkt um einen Trotzanfall zu bekommen. Sie schreit. Ich schreie.

Kleinstkind kommt angelaufen und will direkt in den Krabbelmodus wechseln. Oh no!

Jeder, der das liest, darf sich gerne selber ausmalen, wie ich mit Baby auf dem Rücken und tobender Erstgeborener in der Dusche das Bad putze.

Falls einer fragt, wo meine persönliche Grenze liegt: genau hier. 

Zu gern hätte ich heute meine Tochter so richtig den Hintern versohlt. Zu gerne hätte ich sie eingesperrt bis sie erschöpft ausgetobt hätte, um sie allein ins Bett zu schicken. Zu gerne hätte ich einen Mann, der jeden Abend zu Hause ist. Zu gerne hätte ich heute keine Kinder gehabt.

Aber bis auf mein Schreien 'Du machst jetzt sofort was ich sage, sonst raucht's!' und mein Transfer der strampelnden Dame aus der Lache in die Dusche ist nichts passiert. 

Der Trotzanfall dauerte geschlagene 1 1/2 Stunden und selbst im Schlaf schniefte sie noch dieses hektische Schniefen, das man hat, wenn man heftig geheult hat. Das tat mir leid. 

Wir haben uns vor dem Einschlafen darauf geeinigt, dass ich nicht schreie und sie nicht ihre Fäkalien im Bad verteilt. Mal sehen, wer den Deal zu erst bricht…

Aber was das Schlimmste heute war? 
Ich stehe vor der Kaffeerösterei meines Vertrauens und lese auf einem bunten Schild 'Wir machen Ferien'. VERDAMMT. Mit der leeren Kaffeedose in der Hand trete ich den Rückweg an.

Nun sitze ich hier und tippe und aus dem Regal starrt mich die immer noch verschlossene Flasche dieses unbeschreiblich leckeren japanischen Pflaumenschnapses an. Den könnt ich jetzt echt vertragen. Aber in 30 Minuten schreit Nr.2 und will stillen. VERDAMMT!!!!!!!!!!!
Manche Tage wollen einfach nicht gelingen…
Gute Nacht.

1 Kommentar:

  1. Ich bin unbekannterweise stolz auf dich ^^ so läuft das mit meiner Empathie ;) ich wünsche mir, das meine GeduldsFäden auch diese Spannungen aushalten, wenn es bei uns soweit ist.
    Schöne Grüße :)

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