Freitag, 1. August 2014

Momy-Style

Ein neuer Post zu meinen ausgesprochen Lieblingen. 

Heute im Angebot: Stillkleidung


Was? Braucht ihr nicht? Seid ihr auch ohne zurecht gekommen? Habt ihr nie von gehört?
Tja.

Ich sage: Eine stillende Frau braucht Stillkleidung. 

Warum?

Nun, meine Erfahrung sagt mir, sich halb nackig machen und irgendwo stillen ist weder für die Stillende, noch für das Umfeld ein berauschender Anblick. Nicht, weil stillende Mütter anstößig wären, sondern weil sie ein Hingucker sind. Alle schauen immer hin, weil es eben doch eine ungewöhnliche Situation ist, wenn sich Frauen im Café, in der Strassenbahn, im Wartezimmer, auf dem Autobahnparkplatz - einfach egal wo - mal kurz obenrum frei machen. 

Natürlich ist Stillen was Natürliches und hat auch nix Sexuelles wenn man zuguckt. Aber weggucken kann man ja erst, wenn man zuvor mal richtig hingeschaut hat. 

Das ist vielen Frauen (mich eingenommen) unangenehm und hat nichts mit Prüderie zu tun. 
Abgesehen davon, dass man ungern im Winter halb nackig auf einem Parkplatz rumsitzt und friert, weil das Baby grad mal am Verhungern war.

So manche(r) wird nun sagen, das kann man ja abdecken. Klar. Eine einfache Mullwindel genügt schon, die man sich über die Schulter legt. 
Das funktioniert so ungefähr die ersten 4 Wochen, solange das Baby nicht so gut danach greifen kann. Danach wird das Tuch knallhart immer weggezuppelt. 
Diese Tücher gibt's auch mit Gurt, dass man sie sich fest umlegen kann und ähnlich einem Stillschal um den Hals legt. Jaja, dennoch sehe ich vermehrt Mütter mit Tuch oder Stillschal halb nackig rumsitzen und hektisch alles dorthin verpacken, wo niemand ihre Blöße sehen kann. Denn das Konzept ist gut, das Baby macht dennoch immer alles anders, als es im Handbuch steht.
Und man kann dummerweise nicht sehen, was das Baby macht - es ist ja vom Tuch bedeckt. Wenn also das Baby öfter mal an- und abdockt und eigentlich Mamas ruhige Hand zur Hilfe bräuchte…
Nun ja, es ist aufwendig.

Das kann man so machen. Ich empfehle es nicht.

Denn es geht auch einfacher. Mit einem Stilloberteil. So wird der Stress auf ein Minimum reduziert.

So manche Frau mag mit einem kleinem Baby darum auch eher zu Hause oder in der Nähe des Hauses bleiben. Ich zumindest war immer unterwegs. Viel mit dem ÖV, mit dem Auto, oft in Restaurants, beim Einkaufen natürlich… Ich sitz ungern zu Hause, es sei denn es gießt in Strömen.

Tja und da kam ich natürlich sehr oft in den Genuss mein Kind an den unmöglichsten Orten stillen zu dürfen. Ich war darum immer sehr froh um meine Stillkleidung, denn dadurch geht das so diskret, dass nur wenige überhaupt merken, dass ich grad neben ihnen sitze und stille. Und man sieht auch nichts. 

Bei uns geht das super entspannt, Baby rannehmen, Shirt öffnen, andocken, fertig. 
Kein kalter Rücken, keine Riesenmöpse, die aus einer Oberbekleidungskombination gefummelt werden müssen. So geht Stillen auch ganz einfach in der Trage und sogar nuckelnd einschlafen im Tuch ist fürs Baby kein Problem. Und keiner merkt's. Ich kann sogar nebenher die Große auf Toilette begleiten (denn komischerweise müssen die Kinder immer dann Pipi, wenn's irgendwie grad nicht so geschickt ist für Mama).

Nun gibt es verschiede Varianten an Stillshirts und Kleidern, manche mit Vorteilen, manche mit Nachteilen.

Schlecht sind alle Shirts, bei denen man die ganze Brust irgendwo heraus heben muss. Diese Shirts sind aus sehr dehnfähigem Material, so dass man die Brust einfach über den Ausschnitt rüberhebt wie bei Bellybutton üblich. Das ist aber irgendwie nicht Sinn der Sache.

Ok, aber nicht gerade die beste Lösung sind Shirts z.B. von Milker. Die sind an sich ganz hübsch (Kurz- und Langarm), auch wenn man sofort sieht, dass es ein Stillshirt ist (also eher nix für's Büro). Aber leider leiern die Bündchen an der Brust recht schnell aus und beim Waschen verdrehen sie sich auch grundsätzlich nach oben, so dass man diese Shirts eigentlich grundsätzlich bügeln müsste um ordentlich auszusehen. Das hilft also nicht wirklich. Ich habe dennoch 2 davon und trage diese auch regelmäßig. Halt auf dem Spielplatz oder zu Hause. 
Ähnlich ist das Design von Noopies. Da sind die Stoffe besonders angenehm, aber ich würde eher die wunderschöne und sehr geschickte Babykleidung von denen empfehlen. Sehr gute Qualität.

Begeistert bin ich von der Kollektion von Mammacita Linda. Bei diesen Shirts sieht man nicht direkt, dass es Stillshirts sind, der Stoff ist wunderbar weich und angenehm und sie sehen auch nicht ganz so trist aus. Ich liebe diese Dinger. Die Langarmshirts gibt's auch z.R. mit ausgestellten Ärmeln, besonderen Kragen etc. und vor allem gibt's die alle in superschönen Farben.

Das absolut schlauste Design, das ich bisher gefunden habe ist von VIP-Mama. Die haben sowieso ganz wunderbare Stillkleider, aber bei deren Shirts passt einfach alles. Ich hab da gleich mehrere und find die super! Und der Stoff ist wunderbar weich und vor allem kann man diese Shirts 1000 Mal Waschen ohne große Verluste.

Wer etwas ganz Ausgefallenes will, der darf sich mal bei Mania Stillmode umschauen. Wunderschön, toller Stoff, toller Schnitt und durch die seitlichen Öffnungen sehr diskretes Stillen. Bei sowas gerate ich ins Schwärmen!

Für die kältere Jahreszeit hat vor allem AgnesH einiges im Angebot. Die haben klassisches Design und Pullis mit Öffnung an der Seite und sie haben auch eine ganze Palette wunderbarer Stillkleidung in Übergröße. 


Es gibt natürlich auch noch viele andere Firmen, die Stillkleidung herstellen. In Fachgeschäften kann man sich darüber mal ausführlich beraten lassen. Bei Onlinehändlern kann und sollte man immer nachfragen, wenn man unsicher ist mit der Größe. 

Auch bei der Stillmode gilt: Wer 2 Kinder plant und Stillen möchte, der wird diese Sachen mindestens 1 Jahr lang täglich und am Stück tragen. Man braucht dann auch nicht 20 Shirts, aber halt einige, in denen man sich wohl fühlt. 

Ich habe eine recht ausführliche Garderobe mit der Zeit zusammen gestellt. Da ist für jeden Anlass und jedes Wetter etwas dabei. Und die meisten Teile trage ich auch schon 1,5 Jahre - und kein Ende in Sicht...

Ich würde meine Stillshirts nie wieder hergeben!

Ihr ganz großer Vorteil: Beim Stillen haben Mutter und Kind freie Sicht. Ich kann mein Baby anschauen, ihr über die Wange streichen und mich entspannen. Ich mach mich ja nicht vor Fremden nackig...

Kommentare:

  1. Liebe Rosalie,
    wow, ein sehr ausführlicher Bericht, tolle Idee! Ich konnte zwar damals leider nicht lange stillen, aber in der Öffentlichkeit habe ich es auch immer vermieden, aus den von dir genannten Gründen. Köstlich amüsiert habe ich mich über deinen Satz "Weggucken kann man ja erst, wenn man zuvor mal richtig hingeschaut hat." So wahr! :)
    Liebe Grüße
    Christine

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  2. Vielen Dank für diesen Post, meine bereits etwas verzweifelte Google-Suche war nicht wirklich erfolgreich! Doch jetzt bin ich auf deinen Blog gestoßen und habe bereits nach ein paar Klicks tolle Stillkleider entdeckt.

    Danke!!! Liebe Grüße
    Johanna

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    1. Das freut mich sehr. Inzwischen gibt es bei DaWanda recht viele Anbieter, da solltest du unbedingt mal schauen.
      Empfehlen kann ich auch, falls es in deiner Nähe einen ordentlichen Schwangerschaftsladen gibt, dort nach Stillkleidung zu fragen. Ist schon auch gut, wenn man das mal anprobieren kann. Leider gibt es solche sehr gut sortierten Läden eher selten, was für mich total unverständlich ist.

      Empfehlen kann ich auch ein Stillnachtshirt - etwa die von VIP-Mama. Dann kann man sehr bequem im Bett stillen ohne im Winter zu erfrieren oder sich Gedanken wegen der Decke zu machen.

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