Dienstag, 25. März 2014

Baby 2.0

Baby 2 ist anders. So ganz anders.
In vielerlei Hinsicht hatte ich schon öfter das Gefühl, dass Baby 2 einfach schon 'fertiger' auf die Welt kam. Sie lag ja doch einiges überm Termin und als sie da war, war sie gar kein kleines zerbrechliches Baby, nicht zerknautscht oder zart - obwohl sie 50 cm und 3kg war. Also eigentlich eher zierlich, aber eben nicht so richtig frisch geschlüpft. Die Geburt war auch sehr zackig und völlig problemlos. 
Sie war sofort voll da, wach, anlegen und vom ersten Moment hatte sie das Stillen zu 100% drauf. Sie war aufmerksam und ist seither immer fröhlich und sie schläft vom ersten Tag an extrem super. 
Baby 2 war  - wie soll ich es erklären - von der ersten Minute an: da; angekommen, bereit, eben fertig. 

Baby 1 war auch nicht verknautscht, sondern aufmerksam und hat gut geschlafen - aber doch nicht so wie Baby 2. Baby 1 hatte eine lange sehr anstrengende Geburt 3 Tage vor Termin und hat ihren ersten Tag glatt verpennt. Stillen ging an sich gut, aber sie war müde und musste doch erst noch den letzten Schliff lernen wie man trinkt. Dann kam Baby 1 auf die Neointensiv, weil sie krank wurde und so war sie die ersten 4 Wochen ihres Lebens eher schwach und zerbrechlich und brauchte eben etwas länger bis sie sich von all den Strapazen erholt hatte. Auch wenn sie sich problemlos entwickelte, sie hatte nie Babyspeck und machte nie einen properen Buddha-Eindruck. Sie hatte auch die ersten Wochen eine recht ausgeprägte unregelmäßige Atmung, wie sie viele Babys haben. Baby 2 hatte das gar nicht, was enorm für einen fortgeschrittenen Reifeszustand der Lungen und Nerven bei der Geburt spricht.
Ich hab Baby 1 irgendwas um die 9 Monate gestillt, dann hatte ich keinen Bock mehr. Gleichzeitig hatten wir immer ne Flasche dabei und die Kombi klappte super. 

Dennoch stand ich als Neo-Mutter z.B. in den ersten Wochen nachts auf zum Stillen, damit sie auch richtig trinkt und weil ich mich nicht traute, sie zu mir ins Bett zu holen. Dabei lag sie zwar im Babybay, aber ich hatte irgendwie Angst, dass etwas passieren könnte. 

Nach ca. 3 Monaten wurde mir aber auch das zu blöd. Die Atmung hatte nun einen festen tiefen Rhythmus und Baby 1 war auch nicht mehr so zerbrechlich. Da stillte ich sie einfach im Bett und schlief dabei weiter. 
Baby 2 hatte von Anfang an beschlossen, dass sie nur bei mir im Bett schlafen will. Diskussion völlig überflüssig. So schläft sie also immer an mich gekuschelt und schläft eben auch wie ein Vorzeigebaby. Hat sie Hunger, so schreit sie nicht, sondern robbt vom ersten Tag an zu mir her und streichelt meinen Bauch. Andocken, weiterschlafen. Ohne auch nur eine einzige Nacht echte Probleme. Natürlich bei Schnupfen will sie einmal häufiger andocken und nuckelt dann noch danach. Und bei einem Schub gibt's auch 2 Nächte mit 3 Mal Stillen und Nuckeln, aber das ist ja sowas von Luxus… Das kann man noch nicht mal als unruhige Nacht deklarieren.

Das meinte ich mit 'Baby 2 ist irgendwie fertig auf die Welt gekommen'. Die macht so ihr Ding und ich lass sie eben und dann klappt das.

Baby 2 trinket auch aus der Flasche. Am Anfang hab ich noch bei den Schüben und beim Milcheinschuss zugefüttert, weil ich keinen Lust auf Stress und Gequängel hatte. Aber das hatte sich schnell erledigt, weil das Stillen derart easy ist diesmal, dass ich nur stille. In der Kita nimmt sie aber problemlos die Flasche. Sie trinkt auch fast nie lange, sondern 7-10 Minuten kräftig und fertig. Kein Nuckeln, kein Schnuller, einfach ein zufriedenes Baby.

Ich bin froh, nicht nach dem ersten Baby aufgehört zu haben, obwohl ich auch da eine sehr entspannte Mutter war, wie mir immer wieder gesagt wurde. Trotz Vollzeitarbeit ab der 16. Woche. 
Ich hab damals einfach auf Durchzug gestellt, wenn mir irgendjemand was sagen wollte und mich bei Fragen an meine Mutter gewendet. Reines Bauchgefühl. Obwohl ich mich da schon vergleichsweise gut an die Regeln hielt. Der Kinderarzt gab mit z.B. ein Infoblatt, wie und wann man mit Beikost anfangen sollte. Das machte ich auch so und war völlig frustriert, als Baby meinen Brei ignorierte und statt dessen Stinkekäse in sich reinstopfte. Da hab ich auch das Infoblatt in den Müll geschmissen und dem Baby jeweils in die Hand gedrückt, was man mit einem Zahn eben so vernaschen konnte. 

Bei Baby 2 hab ich das gleich ganz anders gemacht. Mit 3 Monaten stibitze sie ein Stück Banane ihrer Schwester und ass es anstandslos. Seither gibt es vermatsches irgendwas, was es bei uns halt so zu Essen gibt. Und sie frisst, als obs kein Morgen gäbe. Alles. Hätte sie bereits einen Zahn, wäre auch das Schnitzel der großen Schwester in Gefahr. Die begehrlichen Blicke sind nicht zu übersehen…

Um zum Punkt zu kommen: Bei Baby 2 ist bei mir das Moto: Immer der Babynase nach. Die weiß genau, was richtig ist und was sie will.
Nicht nur, dass sich die Kinder stark in Charakter und Vorlieben unterscheiden, nein, mit Baby 2 ist alles so unglaublich einfach und ganz natürlich. Ich mach nur, was das Baby mir sagt und denk weiter nicht drüber nach, wie man was wann und wo machen sollte. 

Alle Unsicherheiten sind verflogen und wir haben eine super Zeit mit Baby. Ich hatte das anstrengender in Erinnerung, obwohl Baby 1 auch ein totales Vorzeigebaby war. Aber es war doch nicht so einfach wie jetzt. 

Ich weiß nicht, ob es an der zusätzlichen Zeit im Bauch liegt, oder daran, dass sie eben nicht die erste Tochter ist, aber die Erfahrung ist dennoch wunderbar und ich wünsche das jedem. Baby 2 ist einfach von Anfang an präsent gewesen und es gab null Unsicherheiten. 
So würde ich noch ein Dutzend Babys nehmen. Rein theoretisch jedenfalls.

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