Montag, 9. Dezember 2013

Die junge Familie

Warum bekommt man Kinder? Keine Ahnung.

Ich weiß nur, warum ich Kinder bekommen habe und dass das eine richtige Entscheidung war. Auch wenn unsere Familiensituation derart absurd ist, dass ich schon nicht mehr in der Lage bin, Behördenmitarbeitern das plausibel zu erklären.
Wir jammern auf hohem Niveau. Wir sind High-Potenitals. Ausgebildet, bis das 'Wissen' wieder zu den Ohren heraus kommen - das ist wörtlich zu nehmen.

Was aber brauchen junge Familien. Beschließt man sich fortzupflanzen, braucht man zuerst eine Menge an Infrastruktur. 
- Allerlei Ärzte und Hebammen. 
- Beratungsangebote (obwohl man es mit etwas Verstand auch weitgehend ohne schafft) zum Thema Familie, Gesundheit, Sicherheit und Formalitäten und was einem sonst noch so einfällt. 
- Zeit - zum Ausfüllen unglaublich vieler Anträge und zum Anrufen bei der jeweiligen Behörde, was Frage 7.3 denn jetzt eigentlich bedeutet… 
- Nerven, nicht nur für die Arztbesuche und die Behördentelefonate, sondern für und gegen alles, was einem mit Kind passiert.
- Kitas - und alles was damit in Verbindung steht.
- Unterstützung und Verständnis zu einem gewissen Grad, dass die Umwelt einem hoffentlich entgegenbringt. 
- Geld - ist zwar nie genug da, aber es hilft, wenn man einen Job hat.

All das klingt so profan. Aus unerfindlichen Gründen bereiten mir gleich mehrere dieser Punkte verschiedene Probleme.

Über meine Ärzte habe ich mich ja schon ausgelassen. Aber unser Kinderarzt ist ein wirklich netter älterer Herr, ganz vernünftig, wie mir scheint, da hab ich nix auszusetzen.

Beratung - ja also, wer Fragen übers Stillen, Erziehung, Eltern-Kind_Angebote etc. hat, kann frei wählen. Beraten wird man gerne und hoffentlich auch gut. Wer fragt, ob man denn auch den Mindestsatz Elterngeld erhält, wenn man ohne Vertrag oder Bezahlung eine variable Stundenzahl arbeitet ohne Nachweiß und zwar als Student eingeschrieben ist, aber sein Studium seit 5 Jahren abgeschlossen hat… Tja, der braucht offenbar keine Beratung, sondern doch vielleicht einen Therapeuten…

Zeit hab ich keine, jedenfalls nicht für Formalitäten, ergebnislose Telefonate, meine Nägel zu schneiden, oder die leeren Flaschen zum Kontainer zu bringen.

Nerven - hab ich ausreichend, auch wenn ich mich zunehmend frage, ob ich hier der Geisterfahrer bin, oder die anderen.

Kita haben wir, aber nur Vollzeit, was obige Frage mit dem Elterngeld sinnlos erscheinen lässt. 

Unterstützung bekomme ich von meiner Familie, aber auch wenn wir alle zusammenlegen, reicht das Geld leider nicht für einen Schlägertrupp, der mal bei meiner Ex-Chefin vorbei schauen könnte. Die Schweizer Schläger arbeiten nämlich nur für Schweizer Preise. Und meine Chefin ist dazu übergegangen, mich zu erpressen und zu Extraarbeit zu zwingen, statt mit mir auch nur einmal zu telefonieren. Das OK zum Abschluss nur, wenn ich dies und das und jenes mache, natürlich freiwillig und ehrenamtlich. Meine Kollegin meinte dazu: 'Na du bist schon selber schuld, wenn du Kinder bekommst und wegziehst.'

Geld - ja Geld wär auch nicht schlecht. Und ein Job. So mit Arbeitsvertrag und Gehalt und so. Mehr Kosten für 2 Kitas und dafür keine finanzielle Unterstützung ist irgendwie nicht zielführend. Und so ohne Abschluss ist das Bewerben irgendwie auch nicht wirklich erfolgreich, wenn man eigentlich in seiner 'Freizeit' ja dasitzt und an weiteren Forschungsresultaten feilt. 

So ist das eben, wenn man zu 'hochpotent' ist, um ein vernünftiges Leben zu führen. Sagte doch jemand von Novartis zu mir: Lass doch den Doktor, da will dich eh keiner haben.Wir suchen dringen Diplom-Biologen. Da verdienst du viel und kannst bescheiden Karriere machen, auch wenn du nur 60% arbeitest. Nur die Doktorarbeit, die können sie dir dann nicht als Arbeitserfahrung anrechnen, weil es Ausbildungszeit ist.'

Manchmal bleibt einem im Leben einfach die Spucke weg. Aber Hauptsache alle sind gesund...

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