Samstag, 15. Juni 2013

Die guten Geister

...die haben mich vielleicht verlassen. Jedenfalls fühl ich mich so.

Ich möcht das jetzt einfach mal so sagen: Schei*** ist das anstrengend!

Der Umzug ist geschafft. Jedenfalls der des Trüffels. Ich sitze jetzt in der leeren Wohnung. Und mit leer meine ich: leer.
Da ist noch das Bett, die Kindergarderobe, ein Billy-Regal mit Kleidern des Ferkelchens und meiner etwas klein geratenden Schwangerschaftskleidersammlung. Außerdem ein kleines Sofa und ein Ikea-Beistelltischchen. Ein Ikea-Stuhl, einige Ferkelspielsachen und 2 volle Wächschekörbe mit Dreckwäsche des Trüffels. Ach und natürlich steht hier auch noch die Mülleimerbox. Die wirkt richtig dekorativ so als fesches Einzelstück...
Im Einbauschrank sind auch noch ein paar Putzsachen übrig und ein Minivorrat an Seife etc. 
Eine durchaus traurige Angelegenheit. So ungefähr hausen Asylanten, stell ich mir vor. 3 Teller, 3 Gabeln etc. und eine Zahnbürste. Wir haben komischerweise selbst im Kurzurlaub mehr Zeugs dabei gehabt. Vor der Tür steht auch noch das Wutsch. Naja. 

Mit dem Ferkelchen allein zu sein ist auch irgendwie gar nicht das Problem. Nur, dass ich abends eigentlich noch 2 Stunden mindestens arbeite und morgens vor 7 der Wecker klingelt. 
Ich bin müde. Und das Ferkelchen immer ausgeschlafen, oder wenn sie müde ist, dann total knatschig. Ganz toll. 
Wobei wir eigentlich eine recht gute Zeit miteinander haben. 
Nur einmal am Tag ist eben Drama(-)Baby!

Blöd ist auch, dass ich seit 4 Wochen unangenehm heftige Übungswehen hab und das Babyferkel dann jedes mal im Bauch Amok läuft. Kann ich auch verstehen. Ist für sie sicherlich auch nicht so schön, wenn man da ständig mit drangsaliert wird. In dem Moment würd ich mich immer gern hinsetzen und kurz entspannen. Das funktioniert ca. in 50% der Fälle. In den anderen 50% bin ich grad irgendwo am rumrennen oder das Ferkelchen tragen oder sowas. 

Jedenfalls hab ich in den letzten Tagen gehörigen Respekt bekommen vor all den Frauen, die das irgendwie hinkriegen müssen und das bestimmt auch gut machen. Es ist der Hammer und noch viel schlimmer wäre es, wenn ich nicht die Perspektive hätte, dass diese ganze Situation nur bis zur Geburt dauert. Wenn ich wüsste, dass das jetzt mein Leben ist und ich da nicht so schnell raus komm - ich würd depressiv werden. Ernsthaft. 
Ich dachte eigentlich, ich sei schon ein recht robuster energiegeladener Typ. Aber alleinerziehend, kaum Geld, in so einer Behausung, mit so einer langen Liste an unbedingt-gestern-erledigt-haben-müssen-Dingen - das will ich wirklich gar nie niemals wieder so haben. Und schon gar nicht schwanger bei 30°C. Bäh.

Sollte ich jemals wieder Kapazitäten frei haben, würde ich sie wahrscheinlich dafür einsetzen, Menschen in eben solchen Situationen zu unterstützen. Wie, weiß ich jetzt spontan auch nicht. Das hängt ja auch nicht von den Bedürfnissen des Helfenden ab, sondern von denen, die sich über Unterstützung freuen würden.

Heute zumindest hab ich mich doch zeitweilig von allen guten Geistern verlassen gefühlt. Mal sehen, was der Tag morgen so bringt. 

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