Dienstag, 14. Mai 2013

Systemwechsel

Ja, die schöne Schweiz...
Mal ehrlich, ich liebe die schweizer Ämter, Verwaltungen und auch das Gesundheitssystem. Hach ist das alles supermodern und herrlich unkompliziert. 

Um mal den konkreten Fall etwas näher zu erläutern: Meine Aufenthaltsbewilligung läuft aus - 2 Monate zu früh. Also brauche ich eine Verlängerung. Ich rufe am Migrationsamt an, erkläre die Situation. Die Dame meint nur, geht in Ordnung, wir brauchen keine weiteren Unterlagen von Ihnen. JAAAAAA! Genauso meine Lieben, genauso muss das gehen.

Ich habe auch nur die Basis-Gesundheitsgrundsicherung. Ich habe durchaus gehört, dass es hier auch niedergelassene Ärzte etc. gibt, aber in der Stadt braucht man die nicht, keine Überweisungen kein 'ich schicke sie mal zum Facharzt'. Hat man was am Auge geht man in die Augenklinik. Will man ne Impfung geht man in die Impfsprechstunde der Polyklinik. Ist man schwanger, geht man in die Polyklinik der Frauenklinik. Kaum existente Wartezeiten, super Betreuung und das Leben ist schön... 
Alle haben deine Akte aufm Tisch, wissen was vorher lief und ständig wird man auch ohne Zusatzversicherung von irgendwelchen Oberärzten untersucht. Ja, so kann's gehen.

Nun ziehen se mal vom Ausland zum Ende der Schwangerschaft in eine deutsche Stadt. Ui. Ja nee, die medizinische Versorgung ist gut und so. Aber das System! Jaaaa, einfach in ne Klinik gehen zur Geburt? Auf keinen Fall! Wo kommen wir denn da hin als Kassenpatient? 
Der Plan war ja, ich zieh kurz vor der Geburt um und krieg dann das Kind. Aber nicht ohne meine Überweisung! 
Nur, soll ich mir die selber schreiben? Nein, ein Arzt muss her, Hausarzt, Gynäkologe - irgendwer. Also ruf ich das Telefonbuch durch. Klar, die wollen mich alle vorher untersuchen. Kann ich irgendwie verstehen, aber ich lebe im Ausland! Dass das auch keiner kapiert... Soll ich mich nun ein paar hundert Kilometer hin und zurück beamen für ne Untersuchung, die schon 5 andere Fachärzt vorher gemacht haben, nur damit ich diesen blöden Zettel krieg? 
Nee klar, kommen sie doch für einen Tag her... Sicher. Kind einpacken, Arbeit liegen lassen, einen Tag Hinfahrt, zum Arzt gehen, Kind einpacken, Heim fahren. Mit ner riesen Kugel. Mal so neben her. 
Für sowas hab ich keine Zeit. 
Wenn ich eine Akte aud der Schweiz mitbringe in der alles relevante steht, brauch ich nicht noch alle naselang weitere Untersuchungen. Zudem ich jedesmal ein Kleinkind mit zur Untersuchung bringen muss. Das macht ja gar keinen Sinn.

Und so Gelder beantragen? Tja, zum Glück halten sich meine Ansprüche derart in Grenzen, dass ich hoffentlich meine Nerven schonen kann. Denn man ahnt es: Kommen Sie doch persönlich vorbei, dann besprechen wir das. 
Äh NEIN, ich lebe im Ausland, ich arbeite da und habe ein Kleinkind an der Backe, mit dem jede längere Fahrt zum Großaufwand wird. Alles schriftlich machen? Per Post - ins NICHT-EU-AUSLAND??? Das geht doch nicht... Schnappatmung am anderen Ende der Leitung. 

Ich hab so das Gefühl, ich sitz in Honolulu und nicht im Herzen Europas. Auch Globalisierung ist definitionssache...
Aber so ist das nunmal. 
Mal sehen, wann ich aufgebe, denn eigentlich hab ich für so nen Zeugs überhaupt gar keine Zeit. 

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