Dienstag, 28. Mai 2013

Der Moment der Wahrheit

Das klingt zunächst einmal dramatischer, als es ist. 
Aber er rückt näher...

Dabei denke ich nicht an die bevorstehende Geburt oder so. 
Nein, vorher kommt's nochmal knüppelhart. Jedenfalls könnte man es so nennen, wenn man es denn wollte. 

Ab nächster Woche bin ich alleinerziehend. Nicht für immer - zum Glück. Aber zumindest bis zur Geburt. Alleinerziehend mit einem 2-järigen Ferkelchen, einer so langsam unbequemen Kugel und der Deadline für den Abgabetermin der Diss.

Das bereitet mir doch ein wenig Sorgen. Vor allem das Körperliche. Die zweite Schwangerschaft scheint mir wesentlich anstrengender, als die erste. Und das Ferkelchen ist jetzt bereits flinker als ich. Und eine Energie hat die - wie ein Duracellhäschen... Wie macht die das nur?

Jedenfalls wird das Trüffelchen von nun an zum Wochenendtrüffel, denn irgendwie wär's schon geschickt, wenn mal einer in der Familie ein Gehalt nach Hause bringen würde. Und an den Wochenenden kann er dann das Ferkelchen bezirzen, denn ich werde jede freie Minute zum Schreiben brauchen.
Ich habe nämlich den leisen Verdacht, dass was vor der Geburt nicht abgegeben ist, niemals seinen Weg ins Dekanat finden wird. Und so ist der Plan. 100 Seiten und ein Paper in drei Monaten.

Ja nun, manchmal überkommt mich durchaus die Panik, wenn ich daran denke. Aber die legt sich nach fünf Minuten zum Glück wieder. Es wird alles im Chaos enden - aber das ist gar nicht schlimm!

Mehr Sorgen bereitet mir tatsächlich das Kind. Ich hoffe auf Sonnenschein. Noch mehr verregnete Abende eingesperrt mit unserem Energiebündel in einer chaotischen Wohnung voller Umzugskartons... Bitte nicht!

Wir haben also aufgerüstet: Puzzle in mehreren Schwiegkeitsstufen, Knete, Malsachen in allen nur vorstellbaren Variationen... Und bei Sommerwetter der neue Spielplatz. Nur wenige Meter vorm Haus mit Sandkasten und Wasserspielen und allem was das Herz begehrt. Da werde ich sie nach der Kita hoffentlich noch einige Stunden derart beschäftigen können, dass ich keinen Kreislaufkollaps bekomm vom rumrennen. Soll sie doch bitte selber rennen...

Denn, hatte ich schon erwähnt, dass mein Töchterchen die unbezahlbare Fähigkeit ihrer Mutter geerbt hat, mit sehr wenig Schlaf zurecht zu kommen? Morgens um acht wird aufgestanden. Ins Bett geht's aber erst zwischen zehn und elf am Abend. Ach und den Mittagsschlaf gewöhnen wir uns auch grad ab - das ist ja nur was für Babys... Tja. So viel dazu. 

Ich sehe also in den nächsten Monaten meine ganz persönliche körperliche Grenze auf mich zukommen. Noch ahne ich sie nur. Aber die findet mich bestimmt. Und dann schau mer mal, dann seh mer scho'.

Bis dahin heißt es erstmal: Schreiben und Dinge tun und die Ruhe bewahren.

Darum das oben erwähnte Mantra. Kann ich nur jedem empfehlen. Hilft zwar nicht bei der Sache, aber schadet auch nix:
Es wird alles im Chaos enden - aber das ist gar nicht schlimm!

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