Samstag, 2. März 2013

Wahlverwandtschaften

Die Verwandtschaft, ein Kapitel für sich, jedenfalls wenn man Kinder hat. 

Nun muss man wissen, dass unser kleines Ferkelchen das einzige Kind in der Familie ist. Es hat sich einfach noch keiner fortgepflanzt. 
Das Resultat kann sich jeder denken. Die Omas wohnen recht weit weg, eine noch jünger, die kommt so monatlich, eine im Rentenalter, die kommt nie. So pilgern wir ein, zwei Mal im Jahr 500 km gen Norden.

Ich muss nicht erwähnen, dass wir an Weihnachten beinahe einen Transporter hätten mieten müssen für die Rückfahrt. Die Geschenkeflut hat mein Kind regelrecht begraben. 

Das Ferkelchen war da genau 18 Monate. Sie wusste demnach nur bedingt, was Geschenke sind und hatte bereits nach 5 Minuten den Überblick verloren.

Ja, die Omas und Opas und Tanten und Großtanten haben sich so richtig ausgetobt. Wir sind nun stolze Besitzer des 3. nicht mit den anderen kompatiblen Bausteine-Systems, unzählige neue Kuscheltiere sehnen sich nach Aufmerksamkeit, die Bücher kennen wir schon auswendig... 

Wie das eben so ist. Und nur falls jemand das Gegenteil in Betracht zieht, ich bin eine sehr gut organisierte, besonnene und vorausschauend planende Mutter. So habe ich bereits im September unzählige Links, genaueste Anweisungen und Wünsche in alle Welt verschickt. Ja, ich hab sogar Kleidungstücke, die wir noch brauchen bestellt und sie an Omas Adresse liefern lassen. 
Hat alles nichts genützt. 

Mir war zwar schon klar, dass alle noch selber was aussuchen wollten, aber ich hatte auf Kleinigkeiten gehofft. Die Kleinigkeiten beliefen dich dann auf ca. 500 Euro - für ein Kleinkind. Unfassbar. 

Das tollste war aber die Puppe. Mein Kind bekam den Traum in rosa mit rosa Tragetasche und rosa Kissen und rosa Deckchen. Jetzt könnte man meinen, rosa sei nicht so schlimm, ist es auch nicht. Mir geht's gar nicht um den Genderkram. Ich war sprachlos, weil der Traum in Rosa die mit viiiiiel Abstand wohl häßlichste Puppe der Welt ist. Wie Baby-Doll auf Speed. Echt jetzt.
Da blieb mir die Spucke weg. 
Und natürlich war mein Kind begeistert! 2 volle Tage schleppte sie diese Puppe überall mit hin. Ich bekam schon Alpträume. 

Wieder zu Hause verschwand das Ding dann unerklärlicher Weise in Mamas Schrank ganz hinten oben . Man munkelt, sie sei in den benachbarten Kindergarten geflohen...

Also alles was recht ist, aber das konnte ich dann doch nicht ertragen. Und das Ferkelchen hat sie komischerweise auch gar nicht vermisst.

Bald steht der Geburtstag vor der Tür. Ich bin einigermaßen ratlos, was da noch helfen könnte. Da muss ich wohl tatsächlich die Spielverderberin geben. Und wir haben doch tatsächlich schon alles. Nur eine größere Wohnung, die werden wir bald brauchen, wenn das so weiter geht...

1 Kommentar:

  1. Phänomen hier bekannt. Obwohl Kurzer eher das letzte Enkelkind ist statt das Erste. Egal: Es laden alle ihren Schrott bei uns ab.

    Was gut funktioniert: Wir jammern was wir können, wie teuer die Anschaffungen, das grosse Bett, der Autositz, der neue Teppich... und dann dürfen die Leute Anteile kaufen bzw. Geld schenken. Sind wir nicht grosszügig?

    Das Top-Weihnachtsgeschenk von meiner Urgrosstante (ich bin 42, also rechne selber wie alt meine Urgrosstante etwa sein könnte) war ein Krokodil zum ziehen, zugelassen ab 12 Monate, für meinen Dreieinhalbjährigen. Wir haben uns trotzdem artig bedankt!

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