Dienstag, 26. Februar 2013

Der eigene Körper

Nicht nur mein eigener Körper beschäftigt mich im Moment sehr. Ich bin wieder guter Hoffnung (Hach ich mag das Wort, seeeehr passend) und da ist es ja ganz naheliegend, dass ich mich mal wieder mit Schwangerschaftszeugs beschäftige.

Ich finde das alles aber nicht besonders spannend, beim ersten Mal war's interessanter. Wie gewohnt den ganzen Tag am K****. Hab ein paar Kilo abgenommen, die Müdigkeit wird langsam besser, nur mein vegetatives Nervensystem hat dieses Mal ernsthafte Probleme mit dem Nachwuchs. 
Aber sonst, alles wie gehabt.

Zum Thema
Ich bin halt schwanger. Fühlt sich schwanger an, ich fühl mich scheiße. Das wird aber besser werden. 

Man sieht nun schon etwas und da wird man natürlich angesprochen. Ultraschall? Gesund? Weiter Arbeiten? Überglücklich? Alles so aufregend!


Hä? Ja, ich versteh schon, das sind alles ganz legitime Fragen. Aber ja, ich wollte natürlich schwanger werden, also freu ich mich. Nein, mir geht's trotzdem scheiße. Nein, warum soll ich da zum Arzt, der sagt auch nur: Tja, Sie sind halt schwanger. Klar arbeite ich ganz normal weiter und renn halt hin und wieder Richtung Klo. Was soll ich denn sonst tun? 
Ultraschall? Nee hatten wir noch nicht. Bald fängt ja eh das ganze Vorsorgezeugs an. Dann sind alle 4 Wochen irgendwelche Untersuchungen. 

Alle denken, ich würde mich nicht freuen. Ich denke, ich bin halt schwanger. Was soll schon groß sein? Gut, ich hab abgenommen in letzter Zeit, aber das ist nicht schlimm. 
Eine Bekannte meinte, man müsse doch einen Ultraschall machen, um zu sehen, dass alles in Ordnung sei. Äh ja? Versteh ich nicht. Was soll man da sehen am Anfang, nen schwarzen Punkt? Das sagt einem ja nun gar nix. In der 14. Woche ist eh ein großer US. Da kann man wenigstens ein fertiges Baby sehen. Das macht doch gleich viel mehr Spaß. 
Sie meinte auch, wenn sie sich schlecht fühle, gehe sie schon zum Arzt. Ja klar, aber was soll der tun? 

Ich will eigentlich gar nicht lästern, aber ich bin ja kerngesund und das Baby auch. Zumindest so lange, bis jemand das Gegenteil beweist. Was soll ich also vor dem ersten großen US beim Arzt? Falls es dem Baby schlecht ginge, könnte der ja eh rein gar nix machen, außer ner Abtreibung. 

Bei Arte habe ich letzte Woche einen wunderbaren Themenabend zu Schwangerschaft gesehen. Da ging es vor allem darum, dass Kinder heute eine Art Großprojekt sind. Alles wird aufs Kind ausgerichtet und ein riesen Hype darum gemacht. 
Dass Frauen so reagieren, wenn sie z.B. etwas Schwierigkeiten mit dem Schwangerwerden hatten kann ich verstehen. Aber Frauen, die einfach so ihre Familienplanung umsetzen können? Müssen die wirklich solche Panik machen, alle 2 Wochen zum US rennen, stundenlang in Foren über Fälle lesen, die mit ihrer eigenen Situation gar nix zu tun haben? Yoga, Gipsabdruck etc. kann man machen, MUSS man aber nicht. 

Gelassenheit hilft. Es kommt wie's kommt. Das lernt man dann wirklich, wenn das Kind erst da ist, dann läuft's nämlich erst recht nicht nach Plan. 

In den Reportagen wurde auch immer wieder angesprochen, dass Frauen vermehrt die Sicht der Ärzte übernehmen und fanatisch nach Negativem fanden und darüber das Positive aus dem Blick gerät. Sie würden sich nicht mehr auf ihr Körpergefühl verlassen, sondern der Arzt solle ihnen sagen, ob alles gut ist. 

Das finde ich eine fatale Sichtweise. Die Frau weiß nämlich viel genauer als jeder Arzt mit modernster Technik, was in ihrem Bauch so vor sich geht. 

Grandios fand ich auch, dass eigentlich alle Eltern heute einen 3D-US-Film machen lassen und dafür 200 Euro privat auf den Tisch legen. Leute, wenn das Kind da ist, kann man viel mehr sehen und 18 Jahre am Stück dauerfilmen! Aber naja, wenn's glücklich macht.
Wir haben die 200 Euro bereits in neue Bremsscheiben investiert. Ist auch was wert...

Von Babyparties, Schwangerencoaching und Schamanenritualen für eine gute Geburt fang ich gar nicht erst an. Es gibt nichts, was es nicht gibt.

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