Dienstag, 15. Januar 2013

Kinder

Ja, Kinder sind echt was Tolles. Hört man so im Allgemeinen - jedenfalls in meinem Umfeld. 
Damit wär zu dem Thema auch schon alles gesagt. 

Ich wollte ja keine Kinder. Also wollte ich schon, als ich 15 war und dachte, ich würde später bestimmt auch mal ein Kind haben. Ich wollte immer ein Einzelkind. Ja und dann, Schule, Studium, große weite Welt... Und Männer mit denen ich bestimmt keine Kinder wollte. So gab ich den Gedanken auf. 

Also ran an die Alternative: Karriere. Nun ja, nicht so wirklich. Uni eben. Ich bin Idealist. Und ich hab viel Spaß an Biochemie und Genetik. Das kann nur zu einem führen: Eine Promotion. 
Das heißt: 80-Stunden-Woche, nur Freunde, die eh das Gleiche machen, ein Gehalt von dem eine Person so gerade mal durchkommt, kein Privatleben und das bis man ca. 45 Jahre ist. Dann hat man vielleicht mit viel Glück und Talent einen ordentlichen Vertrag, muss aber noch mehr arbeiten. Mein Traumjob.

So fing's auch an - zugegeben, es lief vielleicht eventuell nicht immer alles so glatt, wie manch anderer sich das wünschen würde... Aber nach den Startschwierigkeiten, tja dann: alles super! Meint jedenfalls meine Professorin. Ich meine, ich werde nach meinem Abschluss nie wieder ein Labor von innen sehen, sonst hol mich der Teufel! 

Dann kam's wie's immer kommt. Ein Typ aus dem Nachbarlabor - so ein Arsch. Wir haben uns ein halben Jahr gefetzt und heftig gestritten. Dann haben wir beschlossen zu heiraten und ein Baby zu machen. Gesagt, getan. Schwanger mitten im PhD! Ich fand's super!

Meine Professorin: Aha.
Sein Professor: Soso.
Meine Kollegin: Willst du es denn behalten?
Das Institut: beobachtete mich aufmerksam
Der Institutsdirektor: Musste das sein?
Die Kollaboration: ein schiefer Blick
Gratulation: keine

Mein erster Gedanke: Ein Geisterfahrer? Hunderte!

Meine Spezies pflanzt sich nicht fort. Oder doch, denn die Herrn Professoren haben alle Kinder und meine Professorin (haha!) auch. Zwei sogar. Jaja, so ist das. 

Da ahnte ich zum ersten Mal, dass dieses Gerede von Kind und Karriere und Vereinbarkeit mich verfolgen würde, wie es wohl die meisten Frauen verfolgt. Meinem Mann hat sein Chef im Übrigen aufrichtig gratuliert und gleich mitangefügt, dass 'er ja jetzt erleben werde, wie das mit Frauen so ist'...
Äh ja, der selbe Mensch fragt sich bis heute, weshalb ich ihn nimmer Grüße, wenn wir uns auf dem Flur begegnen.

To be continued...

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