Dienstag, 15. Januar 2013

Kinder Kinder

Um an das vorherige Post anzuschließen, es geht mir um die Akzeptanz. 

Mich interessieren keine Kategorien von Rabenmutter oder Übermutter oder Gebärmaschine. Aber, an diesem Punkt fing ich eben an darüber nachzudenken, warum meine Kollegen Familie und Uni von einander trennen. Warum muss das so sein?

Ich hab dann erstmal demonstrativ einen Storch über meine Labortür gehängt. Das fanden einige schon komisch. Als das Ferkelchen geboren war, hab ich einen Toilettenraum zum Wickelraum umfunktioniert und einen Raum angefordert, in dem ich abpumpen konnte. Beim Sommerfest hab ich neben her gestillt auf der Bierbank und in der Teeküche im Kühlschrank steht das Fläschchen für die Ferkel-Kita-Abholzeremonie. Das gehört sich so. Ich hab einige Gänge umräumen lassen, damit ich mit dem Kinderwagen da vorbei komm und musste mir durchaus Kommentare dazu anhören. 

Muss das sein? JA, unbedingt.

Mittlerweile traut sich keiner mehr wirklich mir zu widersprechen, dabei bin ich gar kein so böses Monster. Aber eins wurde mir noch während der Schwangerschaft klar: Ja-und-Amen-Sagen ist nicht mehr. Egal wer vor mir steht. Ich muss kundtun, was ich haben will und das auch durchsetzen. 

Erst dabei fiel mir auf, dass viele (Frauen und Männer) das nicht tun. Und irgendwann beschweren sie sich dann - verständlicherweise. Aber so kommt man nunmal zu nix.

Das Labor ist zugepflastert mit Kinderbildern, das Ferkelchen hüpft hier regelmäßig durch die Gänge. Wenn man schon einen Job hat, bei dem man in Arbeit versinkt, dann findet ein Teil des Familienlebens eben am Arbeitsplatz statt. 
Für mich ist das ok. Muss nicht jeder so machen. Aber auch bei einem hochqualifizierten Job muss man seine Familie nicht vor Kollegen oder Chefs verstecken. Seh ich gar nicht ein. 

Und wenn das Ferkelchen krank ist, bleibt einer zu Hause. Ganz selbstverständlich. Die Arbeit läuft ja nun nicht weg und die aaaaaaallerwenigsten Jobs sind so wichtig, dass die Welt untergeht, wenn man mal 2 Tage fehlt. Ich hab auch schon das Ferkelchen mit ins Labor genommen (da war sie noch kleiner). Sie strampelte dann in ner großen Kiste fröhlich vor sich hin. Da haben viele nur mit dem Kopf geschüttelt. Ich hätt's jedoch nicht gemacht, wenn's für das Ferkelchen nicht in Ordnung gewesen wär. 

Was mein Umfeld nicht zu sehen scheint ist, dass ich nie allein und über Ferkelchens Kopf hinweg entscheide. Sie wird immer gefragt und kann ihren Willen kundtun. Hätte es ihr damals im Labor in der Kiste nicht gefallen, wär ich einfach mit ihr Heim gegangen. Aber wenn sie Spaß hat? Spricht doch nix dagegen. 

Jetzt muss ich aber auch noch anfügen, dass ich das perfekte Anfänger-Baby hatte. Kein Schreikind, immer sauber und ordentlich, mit festen Gewohnheiten und zufrieden. Da ging das. 

Also, ich seh ja auch ein, dass es total ungeschickt ist, sein Kind mitzunehmen, wenn man als Krankenschwester, Busfahrer oder Kassierer arbeitet. Aber in einem Büro? Ja nun. Es gibt einfach Jobs, in denen man nicht mal eben schnell neben dem telefonieren her stillen kann. 
Aber gerade an der Uni - mal ehrlich - da ist das jetzt echt kein Problem. Die Leute tun es nur einfach nicht. Sie wollen es vielleicht auch einfach nicht. Aber die Konsequenzen daraus machen das Leben auch nicht nur einfacher und schöner! Dann muss man eben Verzichten. Auf das eine oder das andere. 
Nur das Argument 'geht nicht' lass ich in diesem Fall nicht gelten!


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